Franks Bewertung

starstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

27.01.2014
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Review

von Frank Trebbin

In ferner Zukunft gab es auf der Erde schon einmal einen Angriff fieser außerirdischer Invasoren. Dieser konnte zwar abgewehrt werden, doch die militärische Führung der Menschheit geht davon aus, dass noch weitere Invasionspläne existieren. Aus diesem Grund gibt es eine streng geführte Kommandoschule hoch oben im Orbit, in der heranwachsende Kadetten gedrillt werden. Dies ist die Geschichte des sehr jungen Andrew „Ender“ Wiggin, einem Wunschkind (!) der Militärführung, der unter Vorspielung falscher Tatsachen dazu gebracht wird, seine „Talente“ ganz in den Dienst der Angriffspläne von Colonel Graff zu stellen…

Was in Paul W. S. Andersons „Star Force Soldier“ nur in den ersten zehn Minuten angedeutet wurde, ist hier breit ausgewalzt zum Thema eines ganzen Films geworden: wie man mit Gehirnwäsche aus Kindern Soldaten macht – und das auch noch im Namen der Freiheit. Dass sich das Ganze möglicherweise in der literarischen Vorlage aus der Feder von Orson Scott Card etwas differenzierter (oder gar kritischer) darstellt, kann ich mangels Kenntnis des Buches nicht sagen, doch was Gavin Hood als Regisseur und Co-Drehbuchautor (neben Card selbst) daraus gemacht hat, ist trotz aller inszenatorischer Finesse ein verlogener Science-Fiction-Müll wie anno dazumal „Battlefield Earth“. Ideologische Parallelen zu den (faschistischen) Allmachtsphantasien eines L. Ron Hubbard sind überdeutlich und das „survival of the fittest“-Credo wird hier kritik- und distanzlos abgefeiert. Auch wenn die von Gavin Hood mit heutiger CGI-Technik aufgemotzte Boot-Camp-Action nicht immer sehr mitreißend rüberkommt, so ist sie doch faszinierend genug gemacht, um die dahinterstehende Botschaft hübsch zu verpacken. Ok, das Ende mit der Wendung mag versöhnlich stimmen, doch gut 100 Minuten lang ist „Ender’s Game“ als selbige Gehirnwäsche für den Zuschauer schwer erträglich. Ach, hätte doch nur ein mit bösem Humor gesegneter Paul Verhoeven die Regie übernommen, dann wäre aus „Ender’s Game“ mehr geworden als nur ein tricktechnisch perfektes, inhaltlich aber extrem zwiespältiges Science-Fiction-Spektakel. Auf DVD (16:9) letterboxed (2,35:1). Mit Harrison Ford, Asa Butterfield, Hailee Steinfeld, Viola Davis und Ben Kingsley.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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