Franks Bewertung

starstarstarstar / 6

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

18.04.2014
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Review

von Frank Trebbin

Der glücklose Schauspieler Siu-ho mietet sich in einem heruntergekommenden Wohnblock ein, nur um dort Selbstmord zu begehen. Doch weil sein Appartment Nr. 2442 verflucht ist und von Geistern bewohnt wird, steht es unter der Bewachung von Onkel Yau, der einst ein erfolgreicher Vampirjäger war, und so wird Siu-ho in letzter Sekunde gerettet. Yau überredet den Lebensmüden dazu, ihm bei einen letzten Job zu helfen: ein schwarzmagischer Priester hat die trauernde Witwe Miu dazu überredet, den Körper ihres jüngst bei einem bizarren Unfall verstorbenen Mannes in einen Vampir zu verwandeln. Doch alles läuft schief und der Vampir und die zwei ganz besonders bösen Geister aus 2442 terrorisieren den Wohnblock...



Die Zeiten des wilden, ausgelassenen Kategorie-III-Kinos aus Hongkong sind längst passé (und lassen sich angesichts der heutigen politischen Verhältnisse auch nicht in jenem Umfang reanimieren) und dennoch gelingt es Regisseur Juno Mak mit seinem sehr eigenwillig inszenierten „Rigor Mortis - Leichenstarre“ fast nahtlos, daran anzuknüpfen bzw. sogar noch einen Schritt weiter zu gehen, in dem die besten Momente von damals mit den aktuellen Versatzstücken des J-Horrors verknüpft werden. Das alles ist wie gewohnt für westliche Zuschauer sehr gewöhnungsbedürftig und sicherlich nicht leicht zu goutieren: die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, könnten böse Zungen als zähflüssig bezeichnen; viele (vor allem religiöse und kulturelle) Details bleiben unverständlich und fremd; die Horrorszenen an sich sind krass und teilweise offenherzig brutal. Ganz in der Tradition von „Mr. Vampire“ (einige Schauspieler des 1985er-Originals wurden sogar rekrutiert), „Black Magic With Buddha“ und „Haunted Cop Shop“ stehen sich hier schwarze und weiße Magie gegenüber, traditionelle Kämpfe werden ausgefochten und das Hüpfende-Vampire-Subgenre erlebt eine Mini-Wiedergeburt vom Feinsten. Nur auf die damals beliebten Humor- und Slapstick-Einsprenkel hat Juno Mak in Gänze verzichtet, dafür feiert er aber das Sujet mit Geisterauftritten à la „Ring“ und unheimlichen „The Grudge“-Kindern ab. Noch ein letztes Wort zu den nicht immer perfekt sitzenden, weil verwaschen wirkenden V/FX: entweder sind diese bewusst auf liebt-sie-oder-hasst-sie gebürstet oder aber (doch dafür habe ich leider keine Hinweise gefunden) „Rigor Mortis - Leichenstarre“ sollte mal als 3D-Film das Licht der Kinos erblicken; egal, so oder so ist „Rigor Mortis - Leichenstarre“ eine tiefe Verbeugung vor längst vergangenen besseren Hongkong-Horror-Tagen geworden und definitiv vielschichtiger als so manch gehypte US-Produktion. Auf BD letterboxed (2,35:1). Mit Anthony Chan, Siu-Ho Chin, Richard Ng, Hee Chin Paw u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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