Die beiden Zuhälter Mike und Angelo betreiben zusammen mit einer äußerst sadistisch veranlagten Domina namens Angel ein äußerst lukratives Bordell, in dem jedoch Frauen gegen ihren Willen zur Arbeit gezwungen werden. Die beiden Zuhälter sind also ständig auf der Suche nach frischem Fleisch für ihr Freudenhaus, da kommt ihnen das "junge" Model Manila, das in einem verlassenen Waldstück eine Auto Panne erleiden musste gerade richtig. Nachdem die 2 Gangster die hilflose Frau vergewaltigt haben fällt sie in Ohnmacht, was die beiden miesen Typen als Tod durch Schreck deuten. Manila überlebt den Vorfall, ist jedoch sehr davon mitgenommen. Sie lässt sich kurz darauf auf eine Liaison mit einem Anwohner ein, jedoch quälen sie beim Liebesspiel die Erinnerungen an die beiden vergewaltiger, die sie auf ihr Gegenüber prrojeziert. Die Folge ist das grausame Ableben des Nachbarn. Manila versucht ihr Glück bei einer lesbischen Prostituierten, die jedoch genau so den Tod findet, wie ihr männlicher Vorgänger. Als Manila sich auf den Weg macht um neue Liebespartner zu finden, trifft sie auf ihre 2 Peiniger, und das Grauen nimmt seinen Lauf...
Angel of Death ist der erste deutsche Sexploitation Film. Und ein richtig guter noch dazu! Andreas Bethmann, der Genrefans eher wegen seiner Bücher bekannt sein dürfte, ist selbst Fan des Sexploitationgenres, und hat einen Film geschaffen, der genauso dreckig und niederträchtig wie die der Rest dieses fast tot geglaubten Genres ist! Und das viel besser, als ich es von vornherein erwartet hatte.
Ich bespreche hier die 160 Minuten Erotik Version, die als Red Edition rausgekommen ist, und die in den Augen der Fans oft als schlechteres Gegenstück zur "normalen" Version, die es zur Zeit als X-Rated Hartbox gibt, angesehen wird. Den Grund hierfür kann ich mir bei Leibe nicht erschließen. Der Film ist trotz Überlänge sehr spannend und unterhaltsam. Die Frauen sind hübsch anzusehen, die Erotik Szenen sind ansprechend gemacht und man bekommt das, was man als Sexploitation Fan sehen möchte. Sexismus, derbe Witze, Sex, Gewalt und jede Menge Kontroversitäten!
Was mir an diesem Film direkt gefiel, waren die genialen Dialoge zwischen den 2 Zuhältern, welche eine wirklich gute schauspielerische Leistung abgeliefert haben, womit ich eigentlich nicht gerechnet hätte! Desweiteren gibt es keine 0815 Pornosynchro, wie es leider bei den frühen Ittenbach Werken der Fall war, sondern der originale Kameraton konnte verwendet werden.
Es gibt auch einige gute Goreszenen, so zB der Haken, der der Frau durch die Brust gerammt wird (*hust* Cannibal Ferox *hust*) und das Zersägen des Mannes. Jedoch überwiegt die sexuelle Gewalt, die relativ unblutig ist bei weitem, was dem Film aber keinen Abbruch tut, im Gegenteil...
Diese Tatsachen ändern jedoch nichts daran, dass Deutschland schlicht und ergreifend nicht bereit für einen Film dieser Art ist. Selbst die Horrorfangemeinde kann sich größtenteils nicht für dieses Schmuddelfilmchen erwärmen. Bei sexueller Gewalt und detschen Richtlinien prallen nunmal Welten aufeinander, vor allem wenn diese zum reinen Selbstzweck verwendet wird. Die Rechtslage der alten Screen Power Kassette beweist dies...
Die Handlung ist eigentlich eher zweitrangig und dient nur dazu Sex und Gewalt Szenen aneinader zu reihen, insofern erübrigt sich hier jegliche Kritik.
Fazit: Für Sexploitation Fans ein Muss. Werden sie Zeuge, wie Herr Bethmann das Unmögliche möglich macht und einen deutschen Sexploiter auf die Welt loslässt.
8/10
zur DVD: Die 160 Minuten Erotik Version kann ich jedem Sexploitation Freak wärmstens empfehlen. Die normale Version kenne ich noch nicht, allerdings kann der Film trotz der halbierten Laufzeit kaum verhunzt werden. Es gibt von der 80 minuten Fassung 2 verschiedene Cover, die jeweils auf 666 Stück limitiert sind. Wärmste Empfehlung meinerseits, allerdings nur für die, die wissen worauf sie sich einlassen ;o)