Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

14.08.2014
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Review

von Frank Trebbin

Derek Lee und Clif Prowse, seit Jugendzeiten Freunde, machen eine Weltreise und stellen ihr Erlebtes per Reise-Blog „Ends Of The World“ ins Internet. In Paris, der Stadt der Liebe, hat Derek ein unheimliches Erlebnis mit der hübschen Audrey: erst schleppt sie ihn ab und dann lässt sie ihn bewusstlos, aber angebissen im Hotelzimmer liegen. Als die beiden Blogger schließlich in Italien ankommen, vollzieht sich an Derek nach und nach eine Wandlung: er entwickelt Kräfte wie ein Superheld, giert nach Blut und wird zum Vampir...

Ob nun Found-Footage-Material oder – wie hier – ein Video-Tagebuch: die Weiterentwicklung des „Blair Witch Project“-Konzepts ist heute kaum noch aus dem Horrorgenre wegzudenken. Und so unterhält uns der auf seine Weise sehr gut gemachte „Afflicted“, eine dem Making-Of nach nur 300.000 Dollar teure Produktion, auf modernem, zeitgemäßem Niveau. Entgegen so mancher Wald-und-Wiesen-Sets aus anderen Filmen dieser Couleur gibt es in Derek Lees und Clif Prowses Spielfilm-Erstling sogar abwechslungsreiche Drehorte und zum Teil recht aufwendige Actionszenen, bei denen man sich schon manchmal fragt, wie man das für so wenig Geld umsetzen konnte. Natürlich krankt auch „Afflicted“ an den Limitierungen des filmischen Konzepts und an den dadurch implizierten, eher im Visuellen zu findenden Logikbrüchen, doch immerhin gelingt es Derek Lee und Clif Prowse dabei spielend, viel größere Projekte wie „The Devil's Pass“ ziemlich blass aussehen zu lassen. Größter Pluspunkt von „Afflicted“ ist jedoch die überraschende Wende zur Halbzeit mit dem damit einhergehenden Wechsel von einer gewissen Leichtigkeit hin zu Grimm und Gewalt. Recht schnell, aber auch gerne vergisst man bei so viel mit Intelligenz und Herzblut inszenierter Unterhaltung, dass gewisse Parallelen zu „Chronicle“ (vor der Wendemarke) oder „[REC]“ (danach) – zumindest was die Ausbeutung einiger inhaltlicher Begebenheiten angeht – für den gemeinen Genrefan allzu deutlich hervortreten. Fazit: Trotz kleinerer Fehler auf jeden Fall ein echter Gewinn in diesem Subgenre. 16:9. Mit Clif Prowse, Derek Lee, Baya Rehaz, Benjamin Zeitoun u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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