Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

01.02.2016
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Review

von Frank Trebbin

Makler Kent McCoy hat nicht nur im Beruf alle Hände voll zu tun, nein, auch sein Privatleben ist stressig. Im Moment muss er sich darum kümmern, dass ein Clown-Ersatz für den Geburtstag von Sohnemann Jack organisiert wird. Gut, dass Kent in einem Haus, welches er gerade verkaufen soll, eine passende Kostümierung findet und er auf diese Weise selbst Jacks Feier rettet. Doch weder Kostüm noch Schminke lassen sich später ablegen und Kent durchläuft eine körperliche wie seelische Veränderung: von Karlsson, dem Bruder des verstorbenen Besitzers der Clown-Utensilien, erfährt Kent, dass er erst fünf Kinder verspeisen muss, um dem Dämon, dessen Haut er nun quasi trägt, Blutzoll zu entrichten...

„Clown“? Was hatte man nur alles für Vermutungen im Vorfeld. Das konnte doch nur ein billiger Slasher sein, bei dem ein irrer Messermörder im Clownskostüm ums Haus schleicht, oder? Und dann auch noch die Beteiligung von Eli Roth an diesem Film – da ist doch Vordergründigkeit und Exploitation quasi schon vorprogrammiert. Doch genau solche Erwartungen unterläuft „Clown“, eine überraschende Schauermär ganz in übertragener Anlehnung an Jeff Goldblum und „Die Fliege“, auf bravouröse und vielschichtige Weise. Sobald nämlich Protagonist Kent das dämonische Kostüm anlegt und seine körperliche Metamorphose einsetzt, zieht Jon Watts gekonnt alle Register des Cronenbergschen Body-Horrors und zerstreut alle Hoffnungen auf ein Mindless-Fun-Filmchen aus dem Stalk'n'Slash-Gefilde. Nein, was Watts und sein Co-Drehbuch-Lieferant Christopher Ford hier intonieren ist die gute, alte Monster-Show, bei dem Angst und Schrecken sich im gleichen Maß verstärken wie sehr man mit den Opfern, also auch mit Kent, der dies alles nicht zu verantworten hat, mitleidet. Herzstück des Films ist eine optisch sehr ansprechende Horrorsequenz auf einem Indoor-Spielplatz, bei dem die labyrinthischen Gänge und die Schwarzlicht-Ausleuchtung auf wohltuende Weise an die Sets aus Tobe Hoopers „Das Schreckenskabinett“ erinnern. Doch auch das Finale hat es in sich und lässt das Herz eines jeden Gore-Hounds höher schlagen. Fazit: Jon Watts „Clown“ passt wegen seines düster-tragischen Ambiente mehr zum Ouevre der besagten Vorbilder Hooper und Cronenberg als in die Schublade mit der übertriebenen Clown-Ikonografie im Stile eines Pennywise aus „Stephen Kings Es“. Was für eine Überraschung! Bildformat: 2,35:1. Mit Andy Powers, Laura Allen, Peter Stormare, Christian Distefano u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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