Die taubstumme Zoe wird auf ihrer Fahrt durch New Mexico Zeugin, wie der rassistische Trey und seine Freunde zwei Indianer jagen und töten. Die Rednecks nehmen Zoe gefangen, vergewaltigen sie stundenlang und verscharren sie schließlich in der Wüste. Ein indianischer Schamane findet sie und versucht, die Halbtote durch ein altes Ritual zu retten. Doch der Geist des einst abgeschlachteten Apachen-Häuptlings Mangas Coloradas ergreift Besitz von Zoe und benutzt ihren langsam verfaulenden Körper, um sich an Trey und den anderen Rassisten zu rächen...
Amerika von seiner ganz hässlichen Seite! Trotz der landschaftlichen Schönheit des Grand-Canyon-Territoriums sieht man nur Dreck, verkommene Trailer-Park-Kaffs und abgefuckte Typen. Ganz in diesem Sinne hat Michael S. Ojeda, verantwortlich für Regie, Kamera, Schnitt und Drehbuch, seinen „Savaged“ (nicht immer ganz fehlerfrei) inszeniert: rau, ungeschliffen und voller Kanten. Erinnerungen an „Ich spuck' auf Dein Grab“ werden da wach, aber auch an den superben „Chato's Land“, dem bislang überzeugendsten Rache-Western mit indianischem Held, denn „Savaged“ ist neben der Rape-and-Revenge-Thematik auch als Abrechnung zwischen Weißen und Roten zu verstehen. Doch was hätten die Kritiker von damals, die die den Vietnamkrieg kritisierenden Gewaltexzesse eines Charles Bronson verurteilt haben, zu den teilweise krass-naturalistischen Gore-Effekten von „Savaged“ gesagt? Obwohl diese – ebenso wie die mitunter billig aussehenden V/FX – eher Home-Made-Charakter aufweisen, verfehlen sie dennoch ihre Wirkung nicht. Da wird das Gekröse schon mal zum Lasso oder ein Kopf mit wer-weiß-wie-vielen Axthieben vom Körper getrennt. Starker Tobak, bebildert in farbentleerten DV-Shots – aber immer in der Gewissheit, das wir das alles schon irgendwo mal besser gesehen haben. Fazit: vorhersehbar wie so Vieles. Auf BD 16:9. Mit Amanda Adrienne, Marc Anthony Samuel, Rodney Rowland, Tom Ardavany u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin