Nordkorea. Weil er seine kleine Schwester Hye-in aus einem Arbeitslager befreit wissen will, lässt sich der junge Li Myong-hun zu einem Agenten ausbilden und nach Südkorea einschleusen. Dort wird sein erster Auftrag sein, eine Lieferung Diamanten, die das nordkoreanische System stützen sollen, in Empfang zu nehmen und weiterzuleiten. Doch der plötzliche Tod des Machthabers Kim Yong-il lässt Myong-hun in eine Säuberungsaktion zwischen verschiedene Sektionen des nordkoreanischen Geheimdienstes geraten…
„Silent Assassin“ nutzt die tatsächlichen Hintergründe um den Machtwechsel in der nordkoreanischen Kim-Familie um daraus eine mehr oder weniger enttäuschende Geschichte aus dem Agentenmilieu zu erzählen. Und weil der Hauptdarsteller gerade mal ein bisschen älter als 20plus zu sein scheint, lässt sich das Ganze auch noch als Quasi-Highschool-Drama an, denn zur Tarnung muss Myong-hun in Südkorea die Schulbank drücken. So gerät das gewöhnungsbedürftige Nebeneinander von kurzen Actioneinlagen und längerem Undercover-inklusive-Love-Interest-Plot im langen Mittelteil zu einer recht zähen, ja fast schon langweiligen Angelegenheit. Als Topping obendrauf gibt es dann noch das teilweise sehr undurchsichtige Ränkespiel nord- sowie südkoreanischer Staatsdiener, welches zwar ein wenig in Richtung des weitaus genialeren „The Berlin File“ geht, aber nie dessen Eleganz und Raffinesse erreicht. Zwar wird auch „Silent Assassin“ mit zunehmender Laufzeit und unter Eindruck des recht vernünftigen Finales immer düsterer und damit besser, doch bleibt Regisseur Park Hong-soo weit hinter den Möglichkeiten des Genres zurück und verstrickt sich letztendlich in den Fängen eines stark romantisch angehauchten Anti-James-Bond-Vehikels, welches nur ein darbendes Teenager-Publikum begeistern dürfte. Auf BD letterboxed (2,35:1) Mit Choi Seung-hyeon, Han Ye-ri, Yoon Je-moon, Jo Seong-ha u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin