Franks Bewertung

starstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

03.07.2014
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Review

von Frank Trebbin

Der Afghanistan-Veteran Jack Ryan wird nach einer schweren Verletzung von der CIA als Analyst angeworben: er soll zukünftig als Bankkaufmann getarnt geheime Konten von Terrororganisationen aufspüren. Doch bereits sein erster großer „Fund“ führt ihn quasi als Agent im Feld nach Moskau, denn der russische Oligarch Cherevin scheint mittels großangelegter Dollar-Verkäufe an einer Schwächung der US-Währung Interesse zu haben. Das fatale dabei ist, dass ein Anschlag auf die Wall Street der explosive Auslöser für das Wirtschaftsdebakel sein soll…

Kenneth Branagh, eher bekannt als Shakespeare-Spezi, liefert mit „Jack Ryan: Shadow Recruit“ einen bewusst eher etwas altmodisch erzählten Agenten-Thriller ab, der als Reboot der schon immer recht locker gehandhabten Reihe von Tom-Clancy-Verfilmungen um den CIA-Analysten Jack Ryan gedacht ist. So ist es für den Kenner der Materie anfangs schon etwas gewöhnungsbedürftig, dass trotz modernem Setting (Moskau im hier und heute, Afghanistan, Cyber-Terrorismus) eigentlich eine Story erzählt wird, in der an die Abenteuer von „Jagd auf Roter Oktober“ bis hin zu „Der Anschlag“ noch lange nicht zu denken ist. Doch das ist nur Makulatur für Fans, das ficht den Kinogänger von heute nicht wirklich an, zumal man mit Chris Pine, dem Captain Kirk der Generation 2.0, eine publikumskompatible Besetzung der Hauptrolle gewählt hat (ob damit aber wirklich ein Neustart garantiert ist, entscheidet letztendlich wie immer das Einspielergebnis von „Jack Ryan: Shadow Recruit“ – und das scheint nur solala zu sein). Eher schon etwas störend dürfte da sein, dass sich Kenneth Branagh in punkto Inszenierung sehr zurückhält, seine bisweilen opernhaft überhöhte Handschrift kaum zu erkennen gibt und damit den an Kalte-Krieg-Zeiten erinnernden Stoff noch hausbackener aussehen lässt. Irgendwie fehlt hier nämlich das Element des Spektakulären oder ein Inhalt, der nicht nur längst hinter uns geglaubte Schwarz-Weiß-Malerei bedient. Das hat die Konkurrenz um Jason Bourne und Ethan Hunt viel besser im Griff – und natürlich bleibt auch der gute James aus England außerhalb jeglicher (wirklich ernsthafter) Vergleiche. Und dennoch funktioniert „Jack Ryan: Shadow Recruit“ als kurzer, knackiger No-Brain-Thriller auf seine ganz eigene Weise: es gibt genug Action (auch wenn diese durch die ach-so-moderne Wackel-Kamera etwas an Wirkung verliert), genug smarte Sprüche und genug gute Schauspieler, um die Schwächen des Drehbuchs (nur nach Motiven von Tom Clancy entwickelt, kein zugrundeliegender Roman) vergessen zu lassen. Kurz gesagt: solides Mittelmaß ohne große Überraschungen. Auf DVD und BD 2,35:1. Des weiteren mit Kira Knightley, Kevin Costner, Kenneth Branagh u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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