Franks Bewertung

starstarstarstar / 6

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

18.08.2015
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Review

von Frank Trebbin

3D-Review

Texarkarna – eine Kleinstadt mitten auf der Staatsgrenze zwischen Texas und Arkansas. 1946 gab es eine nie endgültig geklärte Mord- und Überfallserie auf der Lovers Lane. 1976 machte der texanische Filmemacher Charles B. Pierce daraus einen billigen Horrorfilm und fortan feierten die Jugendlichen der Stadt diesen Streifen Jahr für Jahr als Halloween-Drive-In-Happening. 2013 scheint es so, dass der Phantom-Killer immer noch lebt, denn Corey und Jami, zwei Teenager, werden brutal überfallen: während der Junge abgeschlachtet wird, darf Jami mit den Worten des Mörders, „Bring alle dazu, sich zu erinnern“, entkommen...

Nach einer langen, quasi von den „Scream“-Erfolgen ausgelösten Zeit des eher hippen Slasher-Kinos kommt mit „Warte, bis es dunkel wird“ ein höchst eigenwillig inszenierter Film daher, der dieses Subgenre mal wieder recht ernst nimmt und durch eine gewisse Zeit- und Orientierungslosigkeit ein Gefühl des Grauens zu erzeugen vermag, welches längst verloren geglaubt war. Schon alleine die Tatsache, dass das Film-im-Film-Motiv nicht als vordergründige Spannungsmache gebraucht wird sondern eine Triebfeder der eigentlichen Handlung darstellt, ist schon sehenswert an sich; dass dabei aber „Warte, bis es dunkel wird“ gleichsam zum Remake / zur Fortsetzung / zum Reboot von „Der Phantom-Killer“ aus dem Jahre 1976 wird, der damit heute höhere Weihen erhält als er wirklich verdient hat, scheint dazu noch fast genial zu sein. So befruchten sich True-Crime-Legende, erste Ausbeutung durch Charles B. Pierce und die heutige Verfilmung quasi ständig neu und gebären ein Stalk'n'Slash-Movie, welches zwar vordergründig auch die Bedürfnisse des nach Blut heischenden Fachpublikums mittels happiger Splatter-Effekte befriedigt, vornehmlich aber umso eindringlicher die Stimmung in einer Kleinstadt einfängt, in der die Zeit stehen geblieben scheint und die weder von ihrer Vergangenheit loskommt noch in der Lage ist, sich dem Terror, der sie aktuell verfolgt, zu entziehen. Dazu haben Alfonso Gomez-Rejon und sein Kameramann Michael Gio bildtechnisch einiges aufgefahren, um Atmosphäre zu kreieren und letztendlich unbequem, weil nicht mit gängigen Mustern behaftet, zu wirken. Das alles ist großes (Horror)Kino mit vielen bekannten Gesichtern in Nebenrollen (Ed Lauter, Veronica Cartwright, Gary Cole, Denis O'Hare). Weniger überzeugend ist die 3D-Fassung des Films auf BD. Hier scheint es so, dass „Warte, bis es dunkel wird“ einfach nur billigst nachkonvertiert wurde und nie im Original für die dritte Dimension gedreht wurde. Hände weg von der 3D-Fassung. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Addison Timlin, Travis Tope, Anthony Anderson u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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