Franks Bewertung

starstarstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

05.10.2014
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Review

von Frank Trebbin

3D-Review

In der Kleinstadt Mount Kisco im Staate New York werkelt Tobey Marshall mit Freunden in der Werkstatt seines verstorbenen Vaters an Autos herum und hält sich mit den Sieggeldern aus illegalen Autorennen über Wasser. Als er von seinem ehemaligen Freund Dino Brewster, der ihm auch noch einst die Freundin ausspannte, zu einer Wettfahrt um viel Geld animiert wird, nimmt das Schicksal seinen Lauf: Tobeys Bruder Pete wird bei diesem Rennen bei einem von Dino verursachten Unfall getötet und Tobey wandert, weil Dino verduftet, für zwei Jahre in den Bau. Als er wieder draußen ist, tut Tobey alles, um mit einem speziell getunten Ford Mustang an jenem berüchtigten De-Leon-Rennen rund um San Francisco teilnehmen zu dürfen, bei dem auch Dino an der Startlinie steht…

Wer schon immer mal nach einer weit bodenständigeren Version des „The Fast & The Furious“-Stoffes Ausschau gehalten hat, bei dem es nicht so aufgebohrt-hipp und gangsta-mäßig zugeht, der wird bei „Need for Speed“, einem Straßenrennen-Film lupenreinster klassischer Prägung (Stichwort: Cannonball, Gumball etc.) fündig. Wenn schon kurz nach der Titeleinblendung das wie in einer Burger-und-Cola-Reklame gestylte Drive-In-Kino von Mt. Kisco präsentiert wird, wo man gerade „Bullitt“ zeigt und die hübschen Mädels eher Röhre und Boots tragen als Push-Ups und High Heels, dann ahnt man schon, dass „Need for Speed“ „American Graffiti“ viel, viel näher ist als irgendwie für möglich gehalten. Klar, dass amerikanische Tugenden wie Ehrlichkeit, Familiensinn und der unbändige Drang zur Freiheit hier ziemlich hochgehalten werden und man sich auch angesichts des mit der Story einhergehenden Rache-Motivs schon wie in einem Westernfilm fühlt. Boliden statt Pferde eben. Das alles kennt man bereits, das alles ist vertrautes Terrain, von einer wirklich neuen, bahnbrechenden Geschichte kann man hier wahrlich nicht reden.
Und dennoch haben es Regisseur Scott Waugh und sein weitestgehend noch zu entdeckendes Schauspieler-Ensemble geschafft, so etwas wie ein Mainstream-Filetstück zuzubereiten, bei dem der dünne rote Faden namens Handlung nicht negativ ins Gewicht fällt, denn auf gewagte Stunts, abgefahrene Car-Action und anderes Staunenswertes wird wahrlich nicht verzichtet. Damit dürfte eins klar sein: die Real-Verfilmung der EA-Konsolenspiel-Reihe ist ein Traum für jeden PS-Fan. Schnelle, coole Autos werden ins rechte Licht gerückt, auf der Tonspur erhebt sich das Blubbern und Brüllen hochgezüchteter Motoren. Ganz besonders ans Herz zu legen ist dabei die 3D-Fassung des Films, denn selten konnte man Rennszenen intensiver erleben. Nicht nur durch das gestochen scharfe Bild auf BD sondern auch durch subtile Pop-Outs (z. B. aus dem TV ragende Fahrzeugschnauzen oder bei Crashs umherfliegende Teile) ist man mittendrin im Geschehen. Das 3D ist insgesamt sehr gut geraten, die Tiefenwirkung ist durchweg als realistisch zu bezeichnen – so sollte man unbedingt „Need for Speed“ sehen. Anschnallen nicht vergessen! Bildformat 2,35:1. Mit Aaron Paul, Dominic Cooper, Imogen Poots, Scott Mescudi u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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