Franks Bewertung

starstarstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

20.02.2015
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Review

von Frank Trebbin

New York. Der durch das Fernsehen bekannte Quiz-Master Jack Tramell kommt nach Hause und betritt den Fahrstuhl, um zu seiner Wohnung zu gelangen. Mit ihm fährt eine ihm unbekannte Frau, die den Fahrstuhl plötzlich anhält und Jack mittels Teaser bewegungsunfähig macht. Kurze Zeit später wacht Jack auf und wird von der Frau mit Fragen bombardiert, die nach den Regeln von Tramells Quiz-Show „3 Minutes“ funktionieren: nur eben, dass er, soweit er falsch antwortet, ein Körperteil verliert. Doch was will die offenbar verrückte Frau von ihm?

Der auf den ersten Blick recht unscheinbar daherkommende „3 Minutes“ entpuppt sich als spannendes Zwei-Personen-Kammerspiel, bei dem es trotz der ständigen Folterdrohungen weniger um blutige Schauwerte im Stile von heute ach-so-schicken Torture-Porn-Filmen geht sondern um klassische Psychothriller-Ware, die unzweifelhaft von Hitchcock bis De Palma beeinflusst ist. Hier steht das Duell zweier Protagonisten im Mittelpunkt, die es zu beurteilen gilt. Wer schenkt wem Glauben? Ist das, was man zu hören bekommt, wirklich die Wahrheit? Auf welche Seite schlägt sich der Zuschauer? Das Ganze findet quasi auf kleinstem Raum statt, nur wenige Szenen (darunter das parallele Abspielen der letzten Show des Quiz-Masters, bei der sich die Millionen-Frage pikanterweise auch noch auf das Thema Todesstrafe bezog) liefern andere Drehorte. Umso erstaunlicher ist es, dass Regisseur Massimo Coglitore mit seinem Langfilm-Debüt bei solch einer (filmisch) kniffligen Angelegenheit einen Thriller wie aus einem Guss abliefert, der so locker daherkommt, als wenn es galt, stilistisch sicheres weil einfaches Terrain zu beackern. Keine Einstellung ist zu viel, kein Dialog zu lang oder gar ausschweifend. Alles wirkt ziemlich konzentriert und sehr solide. Dass sich die Geschichte natürlich nur auf den einen, zwingend erforderlichen Twist hinarbeitet, sei dem Umstand geschuldet, dass mehr Überraschungen und Wendungen einfach nur unglaubhaft gewirkt hätten. Fazit: trotz offensichtlichen Budgeteinschränkungen ein durch und durch gelungener Thriller, der zum Mitfiebern aber auch –rätseln einlädt. Bildformat: 2,35:1. Mit James Park, Caroline Goodall, Burt Young, Katie McGovern u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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