Arkady Federov, der zukünftige russische Präsident, wird durch eine unliebsame Zeugin mit Kriegsverbrechen in Tschetschenien in Verbindung gebracht. Klar, dass sowohl er als auch die CIA sich für die Frau interessieren. Der im Ruhestand befindliche Ex-Agent Peter Deveraux, „November Man“ genannt, wird reaktiviert, um die Zeugin aus Moskau herauszuholen. Der Plan geht schief, die Zeugin – auch noch Deverauxs Liebhaberin – wird kurioserweise von Mason, seinem CIA-Lehrling von einst, eliminiert. Doch die Spur zu Federov bleibt weiter heiß und so stößt Deveraux auf eine weitere Zeugin und gerät mit dieser zwischen die Fronten von CIA und Federovs Killern...
Pierce Brosnan und Roger Donaldson – zwei Garanten für spannende Filmunterhaltung. Der eine einst James Bond, der andere Macher von u. a. „Der Einsatz“ und „No Way Out“. In „November Man“ vereinen beide ihre Vita zu einem actiongeladenen Agententhriller, der ganz bewusst die Klischees des weithin bekannten 007-Universums umschifft und das Spiel um Geheimnisse weniger zu einer mondänen Hatz um die Welt werden lässt als zu einer ziemlich dreckigen Angelegenheit, der der man sich mehr als einmal fragt, wer Freund und wer Feind ist. So geht es in dem aus Budgetgründen in Osteuropa angesiedelten und gedrehten „November Man“ auch recht munter hin und her, Schusswechsel, Explosionen und handgreifliche Scharmützel reihen sich – wenn auch nicht immer ganz logisch und nachvollziehbar – flott aneinander. Und weil das Ganze mit angemessener Härte und stellenweise arg blutig inszeniert ist, dürfte „November Man“ so gar nicht jenen (zumeist weiblichen) Zuschauern gefallen, die den Ex-007-Darsteller einfach nur mit smart, freundlich und sexy in Verbindung bringen. Hier zeigt der Mann, dass er auch anders kann und selbst die obligatorische Bettszene überlässt er (bzw. das Drehbuch) lieber seinem Gegenspieler. Überhaupt ist das Duell Schüler-gegen-Lehrmeister des Pudels Kern und neben Olga Kurylenkos überraschend facettenreichem Spiel das Beste an einem Film, der durch ein besseres, weil nicht so eindimensionales Skript und einer Inszenierung, die über Donaldsons übliches Maß an einfach nur solidem Unterhaltungswert hinausgegangen wäre, durchaus in der „The Equalizer“-Liga hätte mitspielen können. Ergo: **** knapp verpasst! Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Luke Bracey, Will Patton u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin