Auf Highway 17 ist die Hölle los! Bei der Bevölkerung spricht man nämlich nur von der „Straße des Todes“, denn es werden immer wieder Opfer eines unbekannten Serienkillers am Rande der Landstraße gefunden. Man munkelt, dass ein unheimlicher Trucker dort regelmäßig unterwegs ist, sich nach Freiwild umschaut und munter drauflos mordet. Jetzt sind es die Mitglieder eines jungen (und natürlich dementsprechend wilden) Streetcar-Racing-Teams, die wohl mal den falschen Truckdriver zu knapp überholt haben…
Der Trucker mit dem CB-Spitznamen „Rusty Nail“ ist wieder unterwegs – und genau da beginnt eigentlich schon das Problem mit „Joy Ride 3“, denn, hey, wer zum Teufel benutzt heute noch CB-Funk? Doch wahrscheinlich würde sonst die einst von J. J. Abrams ersonnene Figur des Killers gar keine Identifikationsmerkmale mehr haben und gänzlich in der grauen Masse ideen- und formloser Horror-Möchtegern-Ikonen versinken. So aber gereicht es noch einmal für einen weiteren, schnell mal auf Digital Video gebannten neuerlichen Aufguss, bei dem man sich wirklich fragt, ob das alles noch hätte sein müssen. Was mal als unheimlicher, kleiner Road-Movie-Thriller im „Hitcher“-Format begann, ist nämlich heute mit Ach und Krach in Richtung stupides Stalk’n-Slash- und Torture-Porn-Kino umgebogen worden. Regisseur Declan O’Brien, der schon den Todesstoß der „Wrong Turn“-Reihe mitverantwortet hat, lässt auch hier Hintersinnigkeiten in punkto Handlung und Charakterisierung außen vor und konzentriert sein ganzes „Können“ auf ein gerütteltes Maß an Splatter-Zeigefreudigkeit. Dies dürfte das Herz eifriger Gore-Hounds erfreuen, lässt aber den wirklichen Horrorfilm-Fan vor Wehmut erschaudern, denn so platt, so vorhersehbar und so uninspiriert wurde selbst zur Blütezeit des Genres nicht unterhalten. Punktum: auch Trucker dürfen ruhig mal in Rente gehen. Auf DVD und BD 16:9. Mit Ken Kirzinger, Jesse Hutch, Kirsten Prout, Ben Hollingsworth u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin