Irgendwann in naher Zukunft in einer Gesellschaft, in der die Menschen nach ihren Frequenzen beurteilt und gefördert werden. Und weil es vorkommt, dass ein Aufeinandertreffen von allzu gegensätzlichen Frequenzen zu Katastrophen führen kann, scheint es deshalb von Kindheit an Zak und Marie vergönnt zu sein, sich länger als nur eine Minute im Jahr zu sehen – und dass obwohl Zak unsterblich in seine Schulkameradin verliebt ist. Als Zak älter wird findet er mit Hilfe seines Freundes Theo heraus, dass man mittels scheinbar wahllos gesprochener Wörter die Frequenzen beeinflussen kann und wagt sich so an die lang ersehnte Beziehung mit Marie heran. Doch plötzlich stehen sinistre Regierungsmitarbeiter vor der Tür, denn Zaks Code hat mehr Nebenwirkungen als gedacht…
Ungewöhnliche Stoffe bedürfen ungewöhnlicher Umsetzung. Diese wiederum bedarf aber nicht unbedingt ungewöhnlich vieler Filmgelder, um sich ins rechte Licht zu rücken; manchmal reicht auch der Rahmen einer Low-Budget-Produktion. Doch in welche Schublade soll man „Frequencies“ packen? Ob nun Romantik, Mystery oder gar Science Fiction (ganz so wie es auf dem Backcover der OFDb-Filmworks-Veröffentlichung zu lesen steht), dieser Film lässt sich partout nicht richtig greifen. Ok, vordergründig geht es in Darren Paul Fishers „Frequencies“, seinem dritten Spielfilm, schon um die über Jahre gepflegte Romanze zwischen Zak und Marie, hintergründig geht es aber auch um viel Philosophie, wie z. B. um die Frage, warum nicht alle Menschen gleich sind und wie manipulativ unser Miteinander ist, so dass man in dem informativen Making-Of auf der BD auch schon mal von einem Sci-Phi-Film spricht, also Science-Philosophy. Ob das alles stimmig abgehandelt wird, muss allerdings jeder Zuschauer für sich entscheiden, denn für meine Verhältnisse hakt es da schon an der einen oder anderen Stelle. Eine gewisse Portion Akte-X-Mystery erhält der geneigte Zuschauer dieser gewagten Mischung, die durchaus auch magische Filmmomente bereit hält, durch eine geschickt in der Story untergebrachten Verschwörungstheorie, die „Frequencies“ quasi auf den Kopf stellt und den Zuschauer noch lange nachdem den Endcredits vorbeigezogen sind beschäftigt. Fazit: nichts für den schnellen Konsum, nichts für einen bierseligen Partyabend, dafür etwas fürs Hirn und fürs Herz. Bildformat: 1,78:1. Mit Daniel Fraser, Eleanor Wyld, Owen Pugh, David Broughton-Davies u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin