Franks Bewertung

starstarstarstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

13.11.2014
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Review

von Frank Trebbin

3D-Review

Nachdem der junge Wikinger Hicks den Drachen Ohnezahn zum Freund gewonnen und das Dorf Berk nunmehr Frieden mit allen anderen Drachen geschlossen, scheint im hohen Norden die Welt wieder in Ordnung zu sein. Bei seinen Erkundungsflügen, die der Kartografie dienen, entdeckt Hicks nicht nur eine riesige Eishöhle, in der sich noch viele weitere Drachen versteckt halten, sondern er lernt auch seine Mutter kennen, die seit seiner Geburt verschwunden war. So erkennt Hicks, dass sein Schicksal und das Schicksal der Drachen sehr eng miteinander verbunden sind. Als Gefahr durch einen gewissen Drago Blutfaust droht, der alle Drachen in seiner Armee unterjochen will, macht sich Hicks als Friedensbotschafter auf den Weg…

Dean DeBlois, bei Teil eins noch Co-Regisseur, kann mit „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ Dreamworks Animation erfolgreich auf die Überholspur schicken und es locker-leicht mit den Vorzeige-Animationsfilmen von Pixar und Disney aufnehmen. In einer wohltemperierten, immer gut ausgewogenen Mischung aus kindlicher Unterhaltung und zündendem Witz für Erwachsene geht es mit Hicks und Ohnezahn in die zweite Runde – und das sogar teilweise seriöser als einem liebt ist: deutlicher als in anderen Animationsfilmen, die natürlich auch ihre Botschaften bereithalten, steht hier ein Außenseiter im Mittelpunkt des Geschehens, von dem immer wieder weitreichende Entscheidungen verlangt werden und der auch mit Rückschlägen leben muss. Die Macher um „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ scheuten sogar nicht davor zurück, Hicks mit dem Tod nahestehender Personen zu konfrontieren. So macht die Hauptfigur eine charakterliche Entwicklung durch, die Potenzial für (hoffentlich) weitere Fortsetzungen bereithält. Darüber hinaus erreicht Teil 2 durch einen deutlich in die Höhe geschraubten Fantasy-Anteil und einigen weitausholenden Schlachtszenen stellenweise fast schon „Herr der Ringe“-Ausmaße und dürfte gerade im aktionsgeladenen Schlussdrittel eine Überforderung für allerjüngste Zuschauer sein. Während man also anfangs über das Schaf-Quidditch der Wikinger aus Berk und das damit einhergehende „Harry Potter“-Déjà-Vu schmunzeln darf, später Hicks Feuerschwert unzweifelhaft als Jedi-Waffe identifiziert, dürften sich erwachsene Zuschauer aber auch an Saurons Armeen und an D-Day-ähnliche Szenarien erinnert fühlen. Filmisch betrachtet punktet „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ bei den schwindelerregend realistisch wirkenden Flugszenen, die gerade in der perfekt aufbereiteten 3D-Fassung zu den unzweifelhaften Höhepunkten gehören und denen man viele Filmminuten gönnt. Während Dean DeBlois auf den Einsatz allzu aufgesetzter Pop-Out-Effekte verzichtet hat, glänzt der gesamte Film durch eine sehr homogene Dreidimensionalität, die sich zudem durch eine realistische Plastizität in den ruhigen Momenten darstellt – was wiederum beweist, dass die (oftmals gescholtene) 3D-Aufbereitung weiterhin das perfekte Medium für hochwertig produzierte Animationsfilme ist und eine Kunstform für sich darstellt. Bildformat 2,35:1.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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