Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

25.01.2015
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Review

von Frank Trebbin

Simon und Franck waren einst Kollegen bei der Polizei in Südfrankreich, doch als Simon im Vollrausch einen folgenschweren Unfall verursachte und dafür ins Gefängnis kam, zerbrach auch ihre Freundschaft. Heute schlägt sich Simon als Wachmann durch, längst verlassen von Frau und Kind. Doch als sein Sohn Théo durch Zufall einen Mord beobachtet und daraufhin von der albanischen Mafia gejagt wird, erwachen Simons alte Instinkte und er beginnt, seine Ex-Familie so gut wie möglich zu beschützen. Plötzlich steht ihm auch Franck zur Seite, denn der hat bei Simon noch so einiges gut zu machen…

Der Einstieg zu diesem härter-als-üblich-Thriller aus Frankreich macht es einen nicht ganz leicht, sich sofort zurechtzufinden bzw. die Stoßrichtung der Geschichte zu erahnen. Trotz der kurzen Laufzeit nimmt sich nämlich Fred Cavayé (“Point Blank – Aus kurzer Distanz”), der auch das Drehbuch mitgeschrieben hat, Zeit, die Hauptprotagonisten einzuführen, ihre für das Sujet ach-so-typischen Hintergründe (Alkohol, kaputtes Privatleben etc.) herauszuschälen und das Brutale und Dreckige ihres Alltags zu betonen. Doch dann zieht die Handlung plötzlich an, beinharte Action setzt ein und man freut sich über einen temporeichen Mix aus Verfolgungsjagden und Shoot-Outs, die „Mea Culpa“ sicherlich zu einem besseren Teil der „Taken“-Sequels gemacht hätten. Touristisch verwertbare Bilder südfranzösischer Leichtigkeit wie einst in „22 Bullets“ sucht man hier (fast) vergebens, dafür aber rappelt es in vielen Hinterhofszenarios, die auf die glaubhaften, weil ungeschönten Drehorte zurückzuführen sind. Getragen wird das Ganze jedoch von dem wunderbar lakonischen Spiel der beiden Hauptdarsteller Vincent Lindon und Gilles Lellouche, die ganz im Sinne alter Peckinpah-Helden mal Freund, mal Feind waren. Bei diesen beiden ist große Kino-Chemie am Werke und so tritt „Mea Culpa“ – ob nun beabsichtigt oder nicht – in die Fußstapfen klassischer französischer Gangsterfilme wie „Borsalino & Co.“, die ebenso vom Miteinander großer Schauspieler gezehrt haben. Und wer sich jetzt noch fragt, wie der Titel „Mea Culpa“ eigentlich zu der Story passt, der muss bis zur bitteren Auflösung warten, die quasi die Seele des ganzen Films ist und wieder mal ein bisschen bei Sam Peckinpah räubert. Fazit: kurz, schnell, hart – so wie wir es lieben. Bildformat 2,35:1. Des weiteren mit Nadine Labaki, Max Baisette de Malglaive, Velibor Topic, Medi Sadoun u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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