Franks Bewertung

starstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

19.04.2016
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Review

von Frank Trebbin

Die achtjährige Libby Day wurde 1985 Zeugin, wie ihre zwei Schwestern und die Mutter von ihrem älteren Bruder Ben erschossen wurden. Ihre Zeugenaussage war es, die Ben in den Knast brachten, wo er heute, 28 Jahre später, immer noch sitzt. Libby, die bislang wegen ihres Schicksal von Spenden und dem Erlös eines Buches über die Morde lebte, nimmt aus Geldmangel das Angebot von Lyle Wirth an, der dem sogenannten „Kill Club“ vorsteht. Dort haben sich Interessierte zusammengeschlossen, um alte Mordfälle neu zu beleuchten. Und nun bittet man Libby, in ihren Erinnerungen zu kramen, ob sie nicht damals falsch ausgesagt haben könnte. Eine gefahrvolle Reise in die Vergangenheit beginnt…

Gehen wir einmal davon aus, dass die literarische Vorlage aus der Feder von Gillian Flynn ähnlich komplex ist wie „Gone Girl“, ein anderer bekannter Roman aus gleicher Quelle, erfolgreich verfilmt von David Fincher. Und an der Reputation dieser signifikanten Adaption will „Dark Places – Gefährliche Erinnerung“ teilhaben und ähnliche Zuschauerschichten abgrasen. Do wo schon Finchers Name alleine als Garant für gute Unterhaltung bürgt, klafft hier leider ein gewisses No-Name-Loch namens Gilles Paquet-Brenner und man fragt sich, was dieser aus dem schnell ermüdend daherkommenden Geflecht aus Jetzt-Zeit-Ermittlungen und Rückblenden machen würde. Nun ja, auf jeden Fall ist „Dark Places – Gefährliche Erinnerung“ nicht das, was man auf den ersten Blick erwarten würde. Hier wird kein glattes Hochglanz-Kino geboten, sondern ein Stück sperriges Mystery-Rätsel, das Schicht um Schicht aufgedeckt werden mag. In oftmals schummerigen Bildern geht es ab ins ländliche Kansas, der Mief des Prekariats weht aus allen Einstellungen und so ist es auch kein Wunder, dass Libbys Kindheit ein Paradebeispiel für die Versinnbildlichung des Poor White Trash ist. Ähnlich wie in „Regression“ spielt man dann sogar noch mit der verhaltenen Kritik an der Heavy-Metal-Satanismus-Paranoia der US-Gesellschaft, weiß dies aber weitaus weniger einprägsam ins rechte Licht zu rücken wie der besagte Horrorthriller mit Ethan Hawke. Überhaupt wirkt vieles wie einfach nur abgehakt und so überrascht es dann auch nicht, wenn das Finale einen Twist beinhaltet, der seltsam an den Haaren herbeigezogen wirkt. Fazit: in Teilen gelungen, als leicht goutierbarer Thriller nur eingeschränkt zu empfehlen, doch wer filmische Puzzle mag. Liegt hier richtig. Bildformat: 2,35:1. Mit Charlize Theron, Nicholas Hoult, Christina Hendricks, Corey Stoll u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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