Franks Bewertung

starstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

18.07.2014
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Review

von Frank Trebbin

Als zu den Thanksgiving-Day-Ferien alle, aber auch wirklich alle Studenten gen Heimat verreisen, bleibt Justine Wills ganz alleine auf dem riesigen Campus der Universität zurück. Erst genießt sie ihre Freiheit und fühlt sich unbeobachtet, doch dann hat sie bei einem Einkauf ein unheimliches Erlebnis: sie zieht sich den Zorn einer jungen Frau zu, die ihr Böses schwört. Tatsächlich dringt kurze Zeit später eine Bande vermummter Unbekannter in das Studentenheim ein und für Justine beginnt eine Nacht des Terrors…

Wow, was für ein kleiner, feiner Terrorstreifen: fies wie es sich für ein B-Movie gehört, unabhängig produziert und damit losgelöst von Studiorichtlinien, aber auch innerhalb der limitierten Grenzen eines DV-Filmchens erstaunlich bildgewaltig inszeniert. Da gibt es sehr viele interessante Shots, die die Einsamkeit der Heldin – glaubhaft und zum Mitzittern einladend von Haley Bennett verkörpert – unterstreichen und die in vielen Fällen nach wirklich großem Kino aussehen. So ist es Regisseur Oliver Blackburn schnell zu verzeihen, dass sein „Kristy – Lauf um Dein Leben“ (der Titel rührt daher, weil alle bisherigen weiblichen Opfer der Eindringlinge mit diesem Namen ins Internet gestellt wurden) zumindest vom Inhalt her das Rad nicht neu erfindet und auch die üblichen Logikfehler aufweist (deshalb: **** nur knapp verpasst!). Braucht er auch nicht, denn ein flott inszenierter Genrestreifen mit gut ausgesuchten und zusammengestellten Versatzstücken aus der Stalk-`n-Slash-Kiste ist allemal besser ein lieblos zusammengeklöppeltes Amateurfilmchen, das nur die Gore-Schiene fährt. Apropos Gore, erstaunlich an „Kristy – Lauf um Dein Leben“ ist eigentlich die Tatsache, dass der Film mit überraschend wenig Blut auskommt und dennoch eine gewisse Härte (hier vor allem im Schlussdrittel) aufweist. Dies erinnert im positiven Sinne an jene Genrestreifen aus den 1980er Jahren, die auch eher mit Thrill und Spannung auffallen wollten als mit einem übermäßigen Einsatz an Latexmasken und rotem Sirup. Dazu passt es auch wunderbar, dass man mit der Auflösung der Hintergründe um die sogenannten „Kristy“-Morde ebenso gleichzeitig einen gewissen gesellschaftspolitischen Wink gegeben hat, der nachdenklich stimmt. Auf DVD und BD 2,35:1. Des weiteren mit Lucas Till, Ashley Greene, Mathew St. Patrick u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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