Franks Bewertung

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0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

05.02.2015
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Review

von Frank Trebbin

Wegen politischer Unruhen musste der junge indische Koch Hassan Kadam mit seiner Familie, also Vater und noch ein paar Geschwister, aus seiner Heimat fliehen. Auf ihrem Weg durch Europa, immer auf der Suche nach einem passenden Platz für ein Restaurant, bleiben die Kadams wegen einer Autoreparatur im südfranzösischen Provinzstädtchen Saint-Antoin-Noble-Val hängen. Papa Hadam verliebt sich sofort in ein Anwesen und eröffnet flugs sein „Maison Mumbai“ - genau schräg gegenüber zu dem Ein-Sterne-Restaurant von Madame Mallory, die nun immer den Duft von Curry ertragen muss und dagegen etwas zu tun gedenkt...

Wie kommt ein Hauch von Bollywood in die französische Provinz? Wie verträgt sich die klassische französische Küche mit der aufregenden Vielfalt einer indischen Garküche? Für wen sind die drei Sterne im Guide Michelin gedacht? Was befreit man, wenn man in Indien ein Gericht kocht? Wie lange dauert die Zubereitung des Spezialessens von Papa Kadam? Was kann man in einem Tandoori-Ofen noch alles kochen?

Alle diese Fragen und noch viel mehr beantwortet die überaus zauberhafte, von Steven Spielberg und Oprah Winfrey produzierte Culture-Clash-Komödie „Madame Mallory und der Duft von Curry“, die es sich nicht nehmen lässt, sich über Vorurteile und die Überlegenheit der „eigenen“ Kultur lustig zu machen. Das Ganze gestaltet sich mehr oder weniger als kulinarischer Kleinkrieg, der von beiden Seiten sowohl mit Verbissenheit, mit gewisser Härte als auch mit einem gehörigen Schlag Gerissenheit geführt wird. Und da bekanntlich Liebe durch den Magen geht, ist es nur logisch, dass „Madame Mallory und der Duft von Curry“ auch eine, nein, eigentlich zwei herrlich verspielte Love-Interest-Stories aufbietet, mit denen Regisseur Lasse Hallström an den Erfolg seines „Chocolat“ anzuknüpfen gedenkt. Und Lasse Hallström wäre nicht er selbst, wenn er nicht all die Leichtig- und Witzigkeit noch etwas würzen würde: Eine Prise Gesellschaftskritik hier, einige Körnchen Wahrheit dort und natürlich die ganz große Abschmecke, dass es „zu Hause“ doch am besten schmeckt / ist!

Und wer wissen möchte, welcher Geruch aus dem Maison Mumbai Madame Mallory in die Nase stieg, dem sei die Erstauflage des Films in der limitierten Duft-Edition (mit Rubbelpunkt auf dem Silberling) empfohlen – als Appetitanreger: für „Madame Mallory und der Duft von Curry“ und für den nächsten Besuch beim Inder um die Ecke. Bildformat 2,35:1. Mit Helen Mirren, Om Puri, Manish Dayal, Charlotte Le Bon u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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