Vier befreundete Männer, die nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen in einer Kommission gesessen haben, die einen vermeintlichen Kriegsgewinnler verurteilt hat, werden nacheinander ermordet. Am Tatort findet man jeweils eine dem Opfer ähnelnde Puppe. Die Spur führt schnell zu Amelia Maugham, der Witwe des o.g. Verurteilten, der damals nach dem Schuldspruch Selbstmord beging. Mrs. Maugham besitzt zwar eine beachtliche Puppensammlung, was sie sofort verdächtig macht, doch ist sie auch an den Rollstuhl gefesselt. Inspektor Holloway von Scotland Yard richtet deshalb sein Augenmerk auf ihren Sohn Mark…
Diese in bester unterkühlter britischer Manier erzählte Mischung aus Psychothriller und Horrorfilm kommt ganz in der Hitchcockschen Tradition von „Psycho“ daher. Ist ja auch kein Wunder, denn das Drehbuch für „Der Puppenmörder“ stammt ebenfalls aus der Feder Robert Blochs. Nun könnte man ihm zwar vorwerfen, hier nur seinen Welterfolg etwas variiert zu haben, doch trifft dies nur teilweise zu. Regieveteran Freddie Francis macht nämlich aus der mit offensichtlichen „Psycho“-Anleihen versehenen Gescichte eine so schaurig-schöne Gruselunterhaltung, daß man darüber schnell gewisse Parallelen vergißt. An den Nerven zerrt der Film ganz schön, obwohl er für heutige Verhältnisse natürlich zahm ist. Dennoch dürfte man die bizarre Schlußszene, bei der der als Puppe hergerichtete Sohn Mrs. Maughams immer wieder „Mama“ röchelt, so schnell nicht vergessen. Fazit: superbe Thrillerkost für einsame Winterabende. Mit Patrick Wymark, Margaret Johnson, John Standing, Alexander Knox u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin