Der junge Amerikaner Evan verlässt nach dem Tod seiner Mutter und dem Rausschmiss aus dem Job seine Heimat und setzt sich nach Europa ab. In Italien will er zu sich kommen. Nach wilden Partynächten in Rom verschlägt es ihn in ein idyllisches Dorf an der apulischen Küste. Dort lernt er die ebenso geheimnisvolle wie sexuell aggressiv auftretende Louise kennen, mit der er sich in eine stürmische Romanze stürzt. Doch Louise scheint ein schreckliches Geheimnis zu haben, denn immer wieder muss sie sich Spritzen setzen, um mysteriöse Hautveränderungen zu kaschieren…
Eine Horror-Romanze? Ein romantischer Horrorfilm? Was genau „Spring“ wirklich werden sollte, lässt sich ganz schwer erahnen, denn das fertige Produkt ist ein ziemlich schräges Ding von einem Film geworden. Erinnerungen an Andrzej Zulawskis „Possession“ kommen da auf; direkte Vergleiche mag man sich angesichts der Klassenunterschiede beider Filme nicht vorstellen. Von Anfang an fehlt „Spring“ das Element des fortlaufenden, narrativen Erzählens einer Geschichte; die Handlung gibt sich nämlich ähnlich wie sein Backpacker-Filmheld: treiben lassen und mal sehen, was kommt. So plätschern nicht nur die – kaum als solche zu bezeichnenden – Ereignisse vor sich hin, nein, so versickert auch die Spannung im Staub der apulischen Olivenhaine, die – der DV-Optik sei gedankt – nie wirklich fotogen abgelichtet wurden (von einigen Kamera-Drohnen-Flügen mal abgesehen). Und wenn dann im letzten Drittel der vollmundig auf dem Cover beworbene „kosmische Horror eines H. P. Lovecraft“ mit einer zweiminütigen F/X-Szene mal kurz angerissen wird, dann erahnt man vielleicht doch, was Justin Benson und Aaron Moorhead ursprünglich vorhatten, letztlich aber an ihren eigenen Ansprüchen, Filmkunst zu liefern, scheiterten. Fazit: unendlich langweilig. Bildformat: 2,35:1. Mit Lou Taylor, Nadia Hilker, Francesco Carnelutti u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin