Eine Zigeuner-Hexe verflucht die Familie eines Kommissars (im Original: Politikers), der rigoros gegen ihre Sippe vorgegangen und indirekt für den Tod einer alten Frau verantwortlich ist. Susan, die Tochter des Polizisten, ist fortan vom Geist der Getöteten besessen und benimmt sich ebenso abnormal wie dazumal die junge Regan in „Der Exorzist“. Bevor jedoch der örtliche Priester ahnt, was los ist, passieren einige schaurige Morde.
Amando de Ossorio, ein Arbeitswütiger unter den spanischen Filmemachern der 70er Jahre, beutet hier konsequent bis ins Detail William Friedkins Kassenerfolg „Der Exorzist“ aus. Natürlich kommt der spanische Beitrag zu der Welle von Teufelsaustreibungs-Filmen nicht unbedingt gut weg, ist er doch inhaltlich und handwerklich merklich einfach gehalten. Nur in der Darstellung der drastischen Umtriebe der Besessenen geht Ossorio doch einige Schritte weiter: zweifelhafter Höhepunkt der kurzen Mordserie zum Ende der Geschichte ist das Kastrieren eines männlichen Opfers. Danach „schenkt“ Susan das abgeschnittene Glied der Verlobten des getöteten Mannes. Ja, der gute alte Amando (hier auch Drehbuchautor) hatte schon immer ein Faible für Ausgefallenes. Doch die Zensoren brauchen nun nicht gleich feuchte Augen zu bekommen, denn das Ganze passiert filmisch außerhalb des Bildauschnittes. Merkwürdig ist, daß die deutsche Synchronisation alles daran legt, den Film im englischen Sprachraum spielen zu lassen, obwohl die Sets etc. eindeutig die Herkunft aus dem Mittelmeerraum erkennen lassen. Auf Video letterboxed (1,66:1). Mit Julian Mateos, Marian Salgado, Lone Fleming, Maria Kosti u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin