Franks Bewertung

starstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

13.04.2016
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Review

von Frank Trebbin

Martin, ein mysteriöser Mann, kommt zurück in seine einstige Heimatstadt, weil er auf der Suche nach seiner Ehefrau ist, die er vor Jahren verlassen hat. Er erfährt, dass diese aber bereits längst tot ist – ein Umstand, den Martin positiv aufnimmt, denn schließlich hatte sie von ihm eine „Krankheit“ geerbt, mit der man nicht hausieren geht: Vampirismus. Jede Berührung mit Martins Blut führt nämlich dazu, dass zwar Wunden geheilt werden, man dann aber nur noch vom Blut anderer leben kann. Als Martin vom brutalen Sohn des örtlichen Polizeichefs überfallen wird, nimmt das Schicksal seinen Lauf…

Nachdem offenbar Eli Roth 2014 durch seine Heirat mit dem chilenischen Model Lorenza Izzo, die hier eine Nebenrolle bekleidet, eine neue Heimat gefunden hat und dort mittlerweile auch Filme dreht („Knock Knock“, „The Green Inferno“), geht er in Chile ebenso selbstverständlich seinem zweiten filmischen Standbein nach und fördert bzw. produziert Projekte anderer Talente. So ließ Eli Roth den aus Uruguay stammenden Guillermo Amoedo sich an einer eigenwilligen, aber nie uninteressanten Neuausrichtung des Vampirfilmgenres versuchen, verhalf somit „The Stranger“ quasi zur Geburt und durch die Hinzugabe seines Namens („Eli Roth präsentiert…“) sogar dazu, dass der Film über die Grenzen seines Landes bekannt werden konnte. Und ungeachtet der Tatsache, dass die dem Blick auf den internationalen Markt geschuldeten aufgesetzten Winkelzüge, „The Stranger“ unbedingt in Nordamerika zu verorten, zusehends nerven, ist man als Horrorfilmfan recht angetan von einem Stoff, der partout wirklich mal anders sein will und dennoch Erinnerungen wachruft (z. B. an „Near Dark“). Die Bildgestaltung ist harsch und realistisch, gleiches kann man von der Gewalt sagen, die die zweite Hälfte des Films zunehmend bestimmt. Die etwas unbeholfenen, nie ganz stringent entwickelten ersten paar Minuten, die einen ungeduldigen Zuschauer schon ans Abschalten denken lässt, werden dadurch schnell vergessen gemacht; was zum Schluss zählt ist die Frische der Geschichte und die ihr innewohnende Tragik – ganz so wie beim klassischen Vampirfilm. Bildformat: 2,35:1. Mit Cristobal Tapia Montt, Luic Gnecco, Aaron Burns, Ariel Levy u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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