Franks Bewertung

starstarstarstar / 1

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

26.03.2015
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Review

von Frank Trebbin

Vertrieben durch ein Erdbeben, welches sein Heim im dunkelsten Peru zerstört hat, macht sich ein junger, sprechender Bär, der einst von einem britischen Forscher entdeckt wurde, auf nach London, um ein neues Zuhause zu finden. Doch die so gelobten britischen Manieren, die ihm sein Entdecker vermittelte, scheinen im Laufe der Zeit den Londonern abhanden gekommen zu sein, denn niemand kümmert sich um ihn. Da wird er von der schrulligen Familie Brown an der Paddington Station entdeckt, kurzerhand nach seinem Fundort benannt und für „höchstens“ eine Nacht mit nach Hause genommen. Paddingtons Abenteuer in London beginnt…

Eigentlich kann man es ganz kurz machen: „Paddington“ ist ein durch und durch warmherziger Familien- und Feel-Good-Film, der vollkommen ohne die Anbiederung an die Meta-Ebene der versteckten Witze für Erwachsene daherkommt und somit fast schon eine reine, pure Aura der kindlichen Unterhaltung verströmt. Zudem scheint mir „Paddington“ ein Paradebeispiel dafür zu sein, wie man eine CGI-kreierte Hauptfigur integriert, ohne dabei die echten Schauspieler an die Wand laufen zu lassen. Das Zusammenspiel des kleinen, knuddeligen Bären mit dem realen Cast ist ausgewogen und selbst in den „halsbrecherischen“ Momenten spielt sich die Animation – so perfekt sie sein mag – nie in den Vordergrund. Auch sonst ist alles fein austariert: der Slapstick, hervorgerufen durch Paddingtons Tollpatschigkeit, der verschrobene britische Wortwitz, die unvermeidlichen Rührstück-Motive, bei denen durchaus mal das Taschentuch gezückt werden darf, sowie die Location London, die natürlich wieder einmal ihre beste filmische Visitenkarte abgeben darf. Schön ist ebenso, dass mit Paddingtons Ankunft in London die Geschichte quasi auch einen Kommentar zur aktuellen Flüchtlingspolitik und zum Umgang mit Migranten erfährt, welcher auch von Kindern verstanden wird. Kurzum: Paul Kings „Paddington“ hat Witz, Tempo und wird mit Nicole Kidmans Auftritt als Bösewicht im Cruella-de-Ville-Stil gekrönt. Inhaltlich ist der Bär Paddington im Kino also Zuhause angekommen, jetzt gilt es, mit Fortsetzungen unbedingt seine weiteren Abenteuer zu zeigen! Bildformat: 2,35:1. Mit Hugh Bonneville, Sally Hawkins, Samuel Joslin, Nicole Kidman u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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