Franks Bewertung

starstarstarstar / 6

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

14.06.2015
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Review

von Frank Trebbin

Um ihr Studium zu finanzieren interessiert sich die junge, attraktive Kylie Atkins für eine Mitwirkung im sogenannten „Girlhouse“, einer WG von ziemlich hübschen Mädels, die sich via Internet bei ihren mehr oder weniger freizügigen Handlungen beobachten lassen und per Chat mit ihren Kunden kommunizieren. So lernt Kylie in einem Privat-Chat den User „Loverboy“ kennen, der ihr, entgegen aller Regeln, ein Bild von sich schickt. Dies zeigt natürlich nicht einen attraktiven Jüngling, sondern den typischen Besucher von Porno-Seiten: dick, tumb und eigentlich eher hässlich. Als Loverboy, der seit frühester Jugend einen Knacks weg hat, plötzlich sein verunglimpftes Foto an der Pinnwand im Haus der Mädels sieht, zückt er Hammer und Säge, um sich an den Frauen zu rächen…

Ein Ted Bundy zugeschriebenes Zitat, welches die Verbindung zwischen dem vereinfachten Zugang zu Pornografie und (seinen?) mörderischen Trieben herstellt, steht am Anfang von „Girlhouse“, der sich anschickt, frei nach dem Motto „Der König ist tot, es lebe der König!“ die Blütezeit des Stalk’n’Slash-Subgenres noch einmal aufleben zu lassen. Obwohl man auf den ersten Blick meinen könnte, hier nur wieder einer jener langweiligen, drögen Tits-and-Asses-Shows (wie anno dazumal „Slumber Party Massacre“ und Konsorten) geboten zu bekommen, dürfte der Horrorfilmfan doch eher angenehm überrascht sein von einem Film, der trotz aller Barbusigkeit seiner Darstellerinnen so etwas wie eine „sinnvoll“ erdachte Geschichte parat hält. Neben durchaus kritischen Tönen zu den Themen Selbstdarstellung und Prostitution / Sex im Internet nimmt sich beispielsweise Trevor Matthews viel Zeit, um die verschiedenen Filmfiguren einzuführen und die Story so zu entfalten, damit nicht nur die vordergründige Spannung stimmt sondern auch das Mitzittern mit Ali Corbin als Final Girl das richtige Maß erreicht. Die Funktionsweisen und Mechanismen der besseren Slashermovies werden hier sorgsam kopiert und durch ein paar geschickt unterlaufende Erwartungen an übliche Muster quasi ironiefrei runderneuert. „Girlhouse“ mündet in einem gut dreißigminütigem Finale, bei dem Loverboy ähnlich virtuos mit dem Inhalt eines gut sortierten Werkzeugkoffers umgeht wie einst Cameron Mitchell in einem allzu bekannten Video-Nasty von 1978. Was mögen die Wächter von damals wohl heute über die viel explizitere Darstellung in punkto Gewalt denken, die Trevor Matthews ähnlich wie Rob Zombie in seinem „Halloween“-Remake weniger glorifiziert als eher beiläufig und damit umso erschreckender schildert. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Adam DiMarco, Slaine, Alyson Bath u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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