Pater Michael ist seit seinem Sturz aus dem 17. Stock eines Hauses, den er überlebt hat, von seiner Erzdiözese als Kämpfer gegen die Dämonen ausgewählt worden. Der Erzbischof übergibt ihm die Pfarrei Sankt Agnes in New Orleans, in der die letzten beiden Priester grausam ermordet wurden. Schon bald erkennt der Pater, daß hinter den Morden eine übersinnliche Kraft steckt.
Camilo Vilas Film ist dank seiner relativ ruhigen und gelassenen Erzählweise ein Ruhepol in der Welle immer actionreicherer Genrebeiträge. Trotz der zum Ende hin vermehrt eingesetzten, virtuos montierten Effekte (F/X by Bob Keen) –lediglich die tierische Verkörperung des Dämons erinnert an alte „Godzilla“-Zeiten– erzählt der Streifen eine schnörkellose Geschichte, die seit „Der Exorzist“ bereits oftmals variiert wurde und die eindeutig in die Welt des Erwachsenen-Horrors à la Clive Barker gehört. Die Szenen, in denen der Kirchenboden aufbricht und Pater Michael einen Vorgeschmack auf die Hölle erhält, lassen „The Unholy– Dämon der Finsternis“ über das normale Maß hinreichend bekannter Okkult-Thriller wachsen, denn sie sind recht hart und zeigen im Stile von Pasolinis „Die 120 Tage von Sodom“ (I 1974) eine Auswahl von Torturen und Foltern, zu denen der Mensch fähig ist. Für Splatter-Fans ist Camilo Vilas Streifen gerade deswegen uneingeschränkt zu empfehlen. Mit Ben Cross, Ned Beatty, William Russ, Jill Carroll u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin