Das Exeter Asylum, eine einstmals sehr strenge Anstalt für angeknackste Jugendliche, soll wieder aufgebaut werden. Unter der Leitung von Pfarrer Conway ist eine Handvoll Teens, darunter Patrick und sein jüngerer Bruder Rory, dabei, erste Aufräumarbeiten vorzunehmen. Als Pfarrer Conway mal der Baustelle fernbleiben muss, organisieren die Heranwachsenden, die natürlich nur Drogen, Suff und Sex im Kopf haben, kurzerhand eine Party in jenem Trakt des Hauses, in dem früher sogar Experimente an den Kindern durchgeführt worden sein sollen. Ein paar Bier und eine Ouija-Session später ist Rory von einem Geist besessen…
Von Marcus Nispel, der 2003 mit der Umsetzung der „TCM“-Vision Michael Bays Beachtung verdiente und acht Jahre später die „Conan“-Neuverfilmung finanziell in den Sand setzte, erwartet man nun angesichts seiner ausgewiesenen Remake-Vita wahrlich nicht wirklich etwas Innovatives, doch sein bereits 2013 abgedrehter „ExitUs – Play It Backwards“, den man in der Zwischenzeit mehrfach umgetitelt hat, ist doch eine echte Überraschung für den deutschen Ex-Musikvideo-Filmer. Auch wenn „ExitUs – Play It Backwards“ inhaltlich kaum etwas Neues aus der Besessenen-Ecke zu präsentieren weiß, so ist er doch recht flott erzählt und wirkt richtiggehend erfrischend, denn er bietet schrägen Humor (siehe: ein Exorzismus per Smartphone-App oder aber der herrlich spießige Schlussgag), ein interessantes Setting und als besonderen Bonbon quasi eine Verbeugung vor dem Slapstick-Splatter eines Sam Raimi oder Peter Jackson. Gerade diese Liebe zu den diesbezüglichen Details (hier vor allem im wüsten, übertrieben blutigen Schlussakt), die man Marcus Nispel nun wahrlich nicht zugetraut hätte, und das offenkundig völlig überzogene Spiel mit Klischees (selbst die Metal-Musik muss mal wieder für das Böse herhalten) trösten darüber hinweg, dass oberflächlich betrachtet das Ganze natürlich wieder mal echter Humbug ist. Fazit: natürlich ist „ExitUs – Play It Backwards“ nicht „der“ Hammer geworden, aber immerhin ordentliches, satt machendes Futter für den Genrefan deftiger Blut-Unterhaltung. Bildformat: 1,78:1. Mit Kelly Blatz, Stephen Lang, Brittany Curran, Michael Ormsby u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin