Franks Bewertung

starstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

28.09.2015
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Review

von Frank Trebbin

Hat sich eigentlich jemand schon mal gefragt, wie all die Super-Agenten ihre Einsätze so glatt über die Bühne bringen? Na, die haben einen Mann im Ohr, will heißen: per Minisender und –kamera werden nämlich 007, Ethan Hunt und Konsorten von ihrer Zentrale aus „gesteuert“ und unterstützt. Wusstet Ihr nicht? Na, dann seht Euch „Spy: Susan Cooper Undercover“ an, denn hier ist es Melissa McCarthy, die wunderbar schnodderige Polizistin aus „Taffe Mädels“, die als schreibtischgebundene CIA-Bürokraft Susan Cooper „ihren“ Agenten Bradley Fine im Feld führt.

Insgeheim ist die füllige, mitunter sehr tollpatschige Susan natürlich in den von Jude Law perfekt verkörperten Agenten verliebt, doch wie 007 und Moneypenny so ist auch das Verhältnis zwischen ihr und dem überaus smarten Fine nur recht einseitig und platonisch bis zum geht nicht mehr. Umso erschütterter ist aber Susan, als Bradley unter ihrer „Aufsicht“ bei der Suche nach einer verschwundenen Atombombe eiskalt von der russischen Waffenhändlerin Rayna Boyanov ermordet wird. Um den Einsatz der Atombombe durch Terroristen zu verhindern, bleibt der CIA nur wenig Zeit und so wird Susan mit dem Auftrag betraut, die Boyanov zu observieren. Natürlich bleibt es nicht dabei, denn Susan vergeigt ihre Aufgabe und gerät so direkt in Kontakt mit ihrer Zielperson und muss improvisieren was das Zeug hält, um die Welt zu retten…

Bereits die erste Einstellung, die darauffolgende Teaser-Sequenz und der sich anschließende Titelvorspann mit Songeinlage – das alles sieht ganz nach dem James-Bond-Universum aus, das im Verlauf der abstrusen Handlung, die Paul Feig, der auch schon für den vorgenannten „Taffe Mädels“ verantwortlich war, als nicht immer ganz geschmackssichere Komödie, bei der mit allerlei Körperflüssigkeiten Schabernack getrieben wird, inszeniert, recht irrwitzig persifliert wird (inklusive der fast schon obligatorischen Casino-Szene, dem üblichen Super-Schurken-Szenario, einer mondänen Mini-Drehort-Weltreise bis hin zum von „Goldfinger“ inspirierten US-Kinoplakat). Doch leider, leider geht dieser Stoßrichtung ab der Mitte der Story irgendwie die Luft aus; das Ganze wird (fast nur noch) zur McCarthy-Personality-Show, in der sich Jason Statham als konkurrierender, bärbeißiger Kollege, der gerne mal ausgiebig flucht, mit ins Getümmel stürzen und sein bisheriges Rollenrepertoire hemmungslos chargierend hinter sich lassen darf. Gelegenheiten zum Lachen gibt es trotzdem weiterhin, doch – wie bereits gesagt – sind diese (wie übrigens das Pendant „Taffe Mädels“) überhaupt nicht frei vom Zotenhaften oder Schlüpfrigen. Es wäre schön gewesen, wenn Paul Feig von dieser Rezeptur angesichts der anfänglichen Gediegenheit des Bondschen Stoffes abgewichen wäre, denn immerhin hatten wir ja auch schon mal den nicht minder vulgären Austin Powers. Was auf jeden Fall bei „Spy: Susan Cooper Undercover“ in Erinnerung bleiben wird, sind die gut choreografierten, mit Zeitlupe zerdehnten Kämpfe, die kraftvoll inszeniert wurden. Einen direkten Vergleich mit der spielerischen Härte eines „Kingsman: The Secret Service“ halten sie jedoch nicht stand. Fazit: für die Freunde absurder Übertreibungen und schenkelklopfender Brüller. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Rose Byrne, Miranda Hart u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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