3D-Review
Einst, 1982 um genau zu sein, haben sich die Spielhallen-Nerds Sam Brenner und Eddie „Fireblaster“ Plant bei einer Meisterschaft stundenlang über Donkey Kong, Space Invaders, Centipede etc. hinweg duelliert. Dieser Contest ist auf Video gebannt und mit irgendeiner NASA-Mission als Gruß ins All verschickt worden. Heute, rund dreißig Jahre später, wird die Erde von Außerirdischen angegriffen, die diese Videobotschaft als Kriegserklärung aufgefasst und ihre Streitkräfte nach den Vorbildern der Arcade-Spiele geformt haben. Drei „Spielrunden“ lang hat die Menschheit Gelegenheit, sich gegen übergroße Pacmans, Tetris-Blöcke und Pixel-Würmer zu wehren. Und weil Sams alter Freund Will Cooper mittlerweile US-Präsident ist, dürfen die Nerds von früher heute die Welt retten…
Eines mal gleich vorneweg: ich mag durchaus den einen oder anderen Adam-Sandler-Film, Arcade-Spielhallen kenne ich noch aus eigener Wie-vernichte-ich-mein-Taschengeld-Anschauung und gegen einen gut gemachten, wenn auch glattgebügelten Mainstream-Spaß hatte ich noch nie etwas einzuwenden. Dementsprechend habe ich – ganz im Gegensatz zu vielen anderen – auch kein wirkliches Problem mit „Pixels“, einem durch und durch harmlosen, nostalgischen Vergnügen, das in ganz wenigen Momenten subversiven Humor besitzt, im Großen und Ganzen aber so funktioniert wie „Ghostbusters“ vor vielen, vielen Jahren: als leicht verdauliche Quer-Beet-Mischung aus Horror, Science-Fiction, Komödie und Love-Interest-Schmonzette. Und Chris Columbus, Regisseur und Produzent von so manchem „Harry Potter“- und „Nachts im Museum“-Franchise, scheint da genau der richtige gewesen zu sein, um „Pixels“ als Quasi-Spagat zwischen dem älteren Publikum, welches noch Atari und Co. kannte, und den heutigen Kids in exakt dieser Form zur Geburt zu verhelfen. Der übliche schlüpfrige Adam-Sandler-Fäkal-Humor blitzt nur verhalten auf, die Verweise auf alte Videospiel-Klassiker sind weitaus liebevoll-inniger als in dem Disney-Hit „Ralph reicht’s“ und das allgemeine Erzähltempo ist so dosiert, dass weder die Alten die Lust verlieren noch die Jungen überfordert sind. Recht beeindruckend wird in den ersten Minuten das Feeling der 1980er-Jahre heraufbeschworen, so dass stimmungsmäßig zumindest alle jenseits der 40 auf ihre Kosten kommen. Sparen hingegen kann man sich die 3D-Fassung von „Pixels“, denn – obwohl per se nicht schlecht – die stofflichen Möglichkeiten werden bei weitem nicht ausgenutzt. Die Räumlichkeit in den „realen“ Spielszenen ist zwar recht homogen, doch es fehlt an spielerischen Pop-Outs im Bereich der gepixelten Alien-Attacken (auch wenn zwei, drei davon sogar über den maskierten Bildschirmrand, Bildformat: 2,35:1, hinausragen). Hier hätte definitiv mehr drin sein müssen. Kurzauftritte haben: Brian Cox, Sean Bean und Dan Aykroyd. Des weiteren mit Kevin James, Michelle Monaghan, Peter Dinklage u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin