Auf der Insel Nublar in der Nähe von Costa Rica ist mittlerweile ein riesiger Vergnügungspark mit Dinosauriern entstanden. Die Brüder Gray und Zach (Ty Simpkins, Nick Robinson) sollen dort ein tolles Wochenende mit ihrer Tante Claire (Bryce Dallas Howard) verbringen, die den Park leitet. Währenddessen dressiert Tierpfleger Owen (Chris Pratt) Raptoren…
Gewiss, geplante, weltweite Blockbuster kosten viel Geld. Da scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass die Investoren nichts riskieren wollen und statt neuer Geschichten lieber immer wieder die alte Suppe neu aufkochen. Doch was die Drehbuchautoren 14 Jahre nach „Jurassic Park III“ zur Wiederbelebung des mega-erfolgreichen Franchise zu bieten haben, ist wirklich armselig. Die beiden jungen Protagonisten sind ein einziges Klischee: Muttis Liebling mit sooo schönen langen Haaren und der große Bruder, der immer so gemein zu dem kleinen Klugscheißer ist, dass die Mama am Telefon weinen muss als sie erfährt, dass die gestresste Tante gar keine Zeit für die Blagen hat. Selbstverständlich stehen die braven Eltern kurz vor der Scheidung. Es wäre ein Gewinn für Handlung und Zuschauer gewesen, wenn der Riesendino die Jungs in der Filmmitte verschlungen hätte, nachdem er ihr kugeliges Fahrzeug geknackt hat. Stattdessen gelingt den Knaben zu Fuß die Flucht, was Dutzende Soldaten zuvor nicht geschafft hatten, und dann reparieren Gray und Zach auch noch schnell ein Auto, das 20 Jahre im Gestrüpp gestanden hat. Soweit, so schlecht. Doch andere Storyelemente sind noch viel dümmer: weil dem verwöhnten Publikum herkömmliche Dinos angeblich nicht genügen, müssen „Hybriden“ geklont werden; für das Untier, welches bald aus seinem Gehege ausbricht, wurden Gene vom T-Rex mit denen von Raptoren, Kraken und Fröschen vermischt, so dass das Viech nicht nur extrem aggressiv und intelligent ist, sondern sich auch noch wie ein Chamäleon tarnen kann. Dem Monstrum hat man zwar ein Ortungsgerät implementiert, aber niemand ist auf die Idee gekommen für den Notfall ein Betäubungsmittel oder wenigstens eine Stange Dynamit beizulegen! Vor Ort ist auch ein Kriegstreiber, der im 3. Jahrtausend ausgerechnet Raptoren für die ultimative Waffe auf dem Schlachtfeld hält. Später werden die 4 flinken Beißer tatsächlich gegen den Hybrid eingesetzt, verbünden sich zwischenzeitlich mit ihm, um dann in einem plötzlichen Sinneswandel wieder über ihn herzufallen. Sicherheitshalber lockt Claire dann noch den ollen T-Rex herbei, indem sie mit einer roten Lampe vor ihm herläuft. Was fast nach Trash klingt, ist tatsächlich ernst gemein, da kann auch der unlängst durch die „Guardians of the Galaxy“ (2014) zum Star gewordenen Chris Pratt nichts mehr rausreißen. Ach so, die Dinos sehen wieder sehr gut aus, doch wen haut das 2015 noch vom Hocker? (5/10)