Während archäologischer Ausgrabungsarbeiten im Sinai wird der Oberdämon Pazuzu befreit. Sogleich entschwindet er nach Georgetown, USA, um dort in die zwölfjährige Regan MacNeil zu fahren. Fortan terrorisiert das Mädchen ihre Mutter Chris, eine bekannte Schauspielerin, mit unflätigen Sprüchen und sonstigen unheiligen Handlungen. Ärzte und Psychiater können dem Kind nicht helfen; die Mutter ist verzweifelt. Sie wendet sich an die Kirche, die ihr zwei Priester, Pater Merrin und Pater Karras, schickt, die einen Exorzismus an Regan durchführen sollen.
„Der Exorzist“ ist einer der ersten großbudgetierten Horrorfilme, die zudem mit einem enormen Werbe- und Promotionaufwand an den Mann gebracht wurden. Regisseur William Friedkin und Produzent William Peter Blatty, der auch die Romanvorlage lieferte, hatten zu der damaligen Zeit das Glück (oder den Riecher) gehabt, den Nerv des Publikums genau zu treffen. Hierbei spielte die erste Ölkrise in den USA mit ihren Zweifeln an der Wissenschaft und Technik und der damit verbundenen Flucht in Mythen und Religion eine bedeutende Rolle. Nur so lassen sich der enorme Erfolg und die unverhältnismäßig überschwenglichen Kritiken erklären. Außerdem ist es leicht, ein zur damaligen Zeit noch unvorbereitetes Publikum mit der schockartigen Vorführung einer blutigen Rückenmarkspunktion zu manipulieren. Wenn man „Der Exorzist“ jedoch im Lauf der Zeit und losgelöst von der damaligen Werbekampagne nochmals sieht, erscheint er einem weniger bedrohlich als dazumal– auch wenn die kolossale Soundkulisse immer noch sehr aufwühlend ist. Inhaltlich greift „Der Exorzist“ auf die Tradition der allerersten Genrefilme zurück, die sich auch des Themas um den Kampf mit dem elementarsten aller Schurken, des Teufels, annehmen. Was auch heute noch gut anzusehen ist, sind die perfekten Tricks von Dick Smith, die z.B. in der Szene mit dem Ankotzens des Priesters und der Masturbation mit dem Kruzifix recht herbe sind. Mit Linda Blair, Max von Sydow, Ellen Burstyn, Lee J. Cobb u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin