Ein verschneites Haus irgendwo im winterlichen New England. Anne und Paul Sacchetti haben nach dem Unfalltod ihres Sohnes der Großstadt den Rücken gekehrt und sind aufs Land gezogen. Pech ist nur, dass sie in einer Gemeinde angekommen sind, die ein schreckliches Geheimnis hütet: vor über 150 Jahren hat man gemeinsam Schuld auf sich geladen, die sich heute im Haus der Sacchettis durch geisterhafte Erscheinungen quasi manifestiert. Anne und Paul ahnen nichts von den bösen Geistern sondern glauben, dass die merkwürdigen Erscheinungen und Vorkommnisse ihrem verstorbenen Sohn zuzuschreiben sind und holen sich Freunde ins Haus, die eine Séance abhalten sollen…
Glaubt man den Ausführungen der Macher von „We Are Still Here“ im Making-Of, so sollte ihr Film eine Verbeugung vor Lucio Fulcis „Das Haus an der Friedhofsmauer“ werden. Nun ja, was den Gore-Gehalt des nur mit geringfügigen Mitteln abgedrehten Haunted-House-Horrorfilms angeht, mag dies ja zutreffend sein (bei Fulci hübsch über die gesamte Laufzeit verteilt und genüsslich ausgebreitet, hier kurz, knapp aber heftig in den letzten paar Minuten), doch der Rest erinnert eher an die unseligen Werke eines Don Dohler als an den Maestro des Italo-Splatters der 1980er Jahre. Schon von der ersten Einstellung an und der darauf folgenden absolut dialogarmen ersten Viertelstunde wird dem Zuschauer das Gefühl gegeben, einer Inszenierung beizuwohnen, die man bestenfalls noch als bemüht und eigenwillig bezeichnen kann. Schnitt und Bildeinstellungen verharren oft auf der Stelle, Spannung kommt weder durch die Geschichte – die eh schon oft gesehen wurde – noch durch das Dargebotene auf, denn die nicht gerade vor Kunstfertigkeit sprühenden Schauspieler (darunter auch Barbara Crampton aus der Stuart-Gordon-Hall-Of-Fame!) kämpfen sich durch hölzerne Dialoge und sparsame Sets. Alles plätschert irgendwie dahin, sinnvoll gesetzte Genreakzente wie Jumpscares oder gar Atmosphäre kann Ted Geoghegan nicht erzeugen; sein intonierter Horror ist fade, langweilig und ziemlich platt. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Andrew Sensenig, Lisa Marie, Larry „Wendigo“ Fessenden, Monte Markham u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin