Franks Bewertung

starstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

22.02.2016
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Review

von Frank Trebbin

Unmotiviert, glücklos und nie aus seinem Provinznest entflohen – so sieht das Leben von Kiffer Mike Howell aus, der tagein tagaus öde seinem Job als Verkäufer in einem Tankstellenshop nachgeht. Selbst Freundin Phoebe ergänzt ihn eher in seiner Lethargie anstatt ihn dort rauszureißen. Eines Tages jedoch steht eine fremde Frau vor Mike und wiederholt ständig geheimnisvolle Worte und plötzlich muss Mike erkennen, dass er Teil eines Schläfer-Agenten-Programms der CIA war und eigentlich eine hochgezüchtete Killermaschine ist. Nun ist man hinter ihm her, denn er soll ausgeschaltet werden, weil jenes „Ultra“ genannte Programm nicht mehr in die politische Landschaft passt. Schon bei der ersten Begegnung mit seinen Mördern zeigt Mike unerwartete Qualitäten…

Von dem leicht irreführenden Titel (klingt für mich eher nach einem Neo-Nazi-Drama à la „American History X“) mal abgesehen, ist „American Ultra“ eine mitunter wenig zimperliche, in seiner Gesamtheit aber nicht ganz überzeugend entwickelte Action-Komödie, die – je nach Sichtweise – entweder gekonnt mit seiner Jason-Bourne-trifft-auf-Romeo-und-Julia-Thematik spielt oder aber das Spionagefilmgenre gnadenlos und ungestüm auf die Schippe nimmt. Und genau da beginnen die Probleme bei Nima Nourizadehs zweiter Regiearbeit: irgendwie sitzen Witz, Humor, überraschende Wendungen aber auch die ziemlich heftigen Shoot-Outs / Kämpfe zwischen den Stühlen, die eingangs als Indie-Drama inszenierte Exposition wirkt wie ein Fremdkörper und was ein krawalliger Anarcho-Trash-Agententhriller hätte werden können (angedeutet in dem herrlich überzogenen Cartoon-Stil-Abspann), bietet kaum mehr als das übliche Geballer und den Einsatz handelsüblicher Pyrotechnik. Selten passt das Gesamtkonzept, oft stehen sich gute Einfälle und ein dröges Déjà-vu-Gefühl gegenüber und wenn dann noch die eigentliche Geschichte um das „Ultra“-Programm nur scheibchenweise und kaum erhellend ans Tageslicht gezerrt wird, sieht sich so mancher Zuschauer wahrlich enttäuscht. Keineswegs enttäuscht ist man aber über Jesse Eisenberg und Kristen Stewart als Slacker-und-Killer-Liebespaar, denn die beiden spielen wirklich überzeugend. Sie halten „American Ultra“ zusammen und verleihen der als verhindert empfundenen Action-Komödie ihren eigentlichen Glanz. Bildformat: 1,78:1. Des weiteren mit Connie Britton, Topher Grace, John Leguizamo, Bill Pullman u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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