Kelly und Mark sind jung und verliebt, doch Marks resolute Mutter ist gegen ihre Verbindung. So kommt es auch, dass sich Kelly immer im Dachboden über Marks Bett verstecken muss, wenn Mutter mal wieder im Anmarsch ist. Als sich eines Abends vier bewaffnete Maskierte Zugang in das Haus verschaffen und Mark und seine Eltern überwältigen, kann sich Kelly gerade mal so unters Bett flüchten und muss mitanhören, wie die Gangster Marks Stiefvater dazu bringen, seine eigene Bank zu überfallen. Eigentlich soll ja alles ohne Blutvergießen ablaufen, doch dann steht plötzlich der Liebhaber der Mutter in der Tür und einer der Maskierten dreht durch. Kelly, die immer noch versteckt ist, muss sich entscheiden: Flucht oder zurückschlagen…
Der in eine knappe ohne-Credits-Laufzeit von gerade mal 70 Minuten gepresste Home-Invasion-Thriller „Tiger House“, eine südafrikanische-britische Co-Produktion, liefert was er verspricht: geradlinige, zielstrebige B-Movie-Unterhaltung ohne tiefschürfende Neuigkeiten das Subgenre betreffend, dafür aber mit gesunder Härte durchsetzt und mit zwei deftigen Twists versehen. Inszenatorisch nicht ungeschickt ist der Umstand, dass Regiedebütant Thomas Daley mit der Handlung das titelgebende Haus bzw. Anwesen nicht verlässt und man selbst den Banküberfall nur per Telefon mithören kann. So wird die Enge des Drehortes als zusätzliches Spannungsmoment eingesetzt und die dann ab der Mittelmarke einsetzende Action ist in Anbetracht der Umstände kompetent gemacht. Obwohl letztendlich alles ziemlich formelhaft abläuft – ein Katz-und-Maus-Spiel bleibt immer ein Katz-und-Maus-Spiel – und man als Zuschauer das übliche Maß an unlogischen Momenten hinzunehmen hat, findet man doch schnell Vergnügen an „Tiger House“, dem die straffe Machart zu Gesicht steht und der mit der charismatischen Kaya Scodelario in der Rolle der raubkatzengleich durchs Haus schleichenden „Rächerin“ ungemein punktet. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Ed Skrein, Dougray Scott, Daniel Boyd u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin