Franks Bewertung

starstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

04.09.2016
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Review

von Frank Trebbin

3D-Review

Im Jahre 1979 werden in den Bergen Chinas gigantische Fossilien gefunden, zusammen mit den perfekt erhaltenen Leichen einer bisher unbekannten Rasse von Menschen. Eine Expedition, bestehend aus Soldaten und Forschern, soll den Sensationsfund ergründen. Doch dabei stoßen sie auf einen geheimnisvollen Tempel, aus dem schon bald allerlei gefährliche Geschöpfe in die Menschenwelt treten. Sie kommen einem uralten Geheimnis auf die Spur, welches die menschliche Evolution für immer verändern wird (Zitat: Pressetext EuroVideo).

Dass sich auch einmal die chinesische Filmindustrie amerikanisieren würde, war ja irgendwie klar, dass man dabei aber auch die gleichen Fehler machen würde allerdings eher nicht. So ist Chuan Lus „Die Chroniken des Geistertempels“ ein recht markantes Beispiel dafür geworden, dass der Grundsatz „style over substance“ auch in China für einen Film eher hinderlich sein kann: wenn man nämlich mit gleicher Mühe, wie die mannigfaltigen V/FX und Creature Designs kreiert wurden, auch an Story und Charaktere herangegangen wäre, dann hätte man nicht das Gefühl, nur einer Leistungsschau der fähigsten Filmtechniker rund um Peking beizuwohnen. Handlungselemente aus verschiedensten westlichen Blockbuster-Vorbildern – zumeist Spielbergscher Herkunft, wie „Indiana Jones“ oder „Jurassic Park“ – werden in einer wirr-dreisten Geschichte verwurstelt, die nur dazu dient, ein Show-Effekt nach dem anderen aus dem Hut zu zaubern. Und dieses eye candy ist dann auch so vordergründig geraten, dass selbst einfachste Szenen wie die einer Kamelkarawane nach atemberaubend-aufdringlicher TUI-Werbung aussehen. Einzig und alleine auf diese Ästhetik-Ebene reduziert, macht „Die Chroniken des Geistertempels“ durchaus riesigen Spaß, wenn auch etwas ermüdend angesichts der Ballung des Bilderrausches. Möchte man allerdings der Story wirklich folgen und diese verstehen, stellt man schnell fest, dass hier Flickschusterei am Werke war. Lediglich die Einbettung von Details aus der frühen Post-Mao-Ära mit all den offenkundig politisch motivierten Nettigkeiten bleibt eher in der Erinnerung haften als das Wie und Warum des handlungsgebenden Geisterstammes (vgl. den engl. OT). Gleichsam wie oft in Hollywood präsentiert sich auch die 3D-Fassung nur als zusätzliche Möglichkeit, das Einspielergebnis nach oben zu korrigieren. Ein echter Mehrwert ist nicht vorhanden, denn dazu präsentieren sich die wenigen Pop-Out-Effekte als zu zaghaft bzw. zurückhaltend. Recht harmonisch hingegen wirkt die Tiefenstaffelung, die davon zeugt, dass die technischen Macher das 3D-Bild sorgsamer konzipiert haben als Chuan Lu sein Skript selbst. Also: Hirn aus, angucken und staunen. Bildformat: 2,35:1. Mit Mark Chao, Jin Chen, Li Feng, Quingxiang Wang u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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