Franks Bewertung

starstarstarstar / 9

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

20.09.2017
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Review

von Frank Trebbin

1. Staffel

Einst war Ash Williams in ein dämonisches Massaker in einer Waldhütte involviert, bei dem er nicht nur seine Freunde sondern auch seine rechte Hand verloren hat. Das Necronomicon-Buch, mit dem diese Dämonen damals beschworen wurden, befindet sich seit dieser Zeit in seinem Besitz. Weil Ash aber ein Großmaul und Weiberheld ist, gibt er manchmal damit an und liest auch schon mal – von Drogen umnebelt – daraus vor. Durch solch eine unbedachte Aktion gelangen die Dämonen von damals wieder auf die Erde, bemächtigen sich des einen oder anderen Wirtskörpers und werden quasi zu einer echten Plage. Zusammen mit den beiden jungen Kollegen Pablo und Kelly aus der Mall, in der er arbeitet, begibt sich Ash mit seinem Trailer auf die Reise, um das Necronomicon zu entschlüsseln und die Dämonen endgültig zu besiegen…

Groovy! Wer – scheiß die Wand an! – hätte das je gedacht: zum einen, dass der von Legionen von Horror-Fans kultisch verehrte „Tanz der Teufel“ runter von allen Verbotslisten kommt und nun „uncut und ab 16“ im Kaufhaus um die Ecke steht; zum anderen, dass Sam Raimi seinen ursprünglichen Stoff mal fürs Fernsehen fortführen würde – und zwar so, dass es keine Abstriche bei Blut, Gedärmen, schlüpfrigen Sprüchen und Slapstick geben würde. Nun ja, für den TV-Sender STARZ, der schon Spartacus durch ein Meer aus Sex und Gewalt waten ließ, war dies offenbar überhaupt kein Problem, denn der in Neuseeland produzierte „Ash vs Evil Dead“ knüpft – was diese Vorgaben angeht – quasi nahtlos an die ersten beiden „Tanz der Teufel“-Teile an: gesplattert wird schenkelklopfenderweise ohne Punkt und Komma – mal mit guter alter Prosthetics-Kunst, mal mit nicht immer hochpreisig aussehendem CGI-Einsatz. Ein weiterer ganz, ganz dicker Pluspunkt ist, dass Bruce Campbell mit an Bord und immer noch höllisch gut in seiner Paraderolle ist. Seine tollpatschige, schwanzgesteuerte Kunstfigur Ash, der auch 30 Jahre später nur die Regale im Supermarkt auffüllt, und das in seinem Trailer zwischen Joints und Pornos versteckte Necronomicon stehen zwar weiterhin im Mittelpunkt, doch Sam und Ivan Raimi sowie Robert Tapert haben für die hier besprochene ersten Staffel ein Szenario entworfen, welches die Handlung von den nur-mal-kurz-im-Wald-zurechtgezimmerten Drehorten der Kinofilme erst einmal wegführt und ein von Folge zu Folge homogeneres Sidekick-Ensemble um Ash etabliert. Die von der Laufzeit her recht kurzen Episoden (eine Pilotfolge mit ca. 40 Minuten Laufzeit – von Sam Raimi höchstselbst inszeniert –, acht weitere dann à ca. 27 Minuten und die letzte mit 35 Minuten) garantieren ein hohes Tempo, mit dem eigentlich ganz geschickt kaschiert wird, dass dem Grunde nach nicht wirklich viel Neues passiert (was sicherlich auch nicht beabsichtigt war). Nein, hier wird dem Horrorfilm-Fan ohne viel Federlesens das gegeben, was unter der „Evil Dead“-Marke gemeinhin zu erwarten ist: kirre Dämonen, krass-heftiges Blutvergießen in Hektoliter-Größenordnung, absolut nicht jugendfreie Dialoge und eine political incorrectness, die sich gewaschen hat. Groovy! Bildformat: 1,78:1. Des weiteren mit Ray Santiago, Dana DeLorenzo, Lucy Lawless, Jill Marie Jones u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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