Franks Bewertung

starstarstarstar / 1

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

01.08.2016
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Review

von Frank Trebbin

3D-Review

Kai ist zurück! Doch wer ist Kai? Niemand im Dorf von Pandabär Po kennt diesen bösen Feldherrn, der aus der Geisterwelt direkt auf die Erde gelangt ist und alle Kung-Fu-Meister besiegt, ihr Chi einsaugt und sie zu Jade-Zombies werden lässt. Irgendwann scheint es so, als wenn nur noch Po, der ja der Prophezeiung nach der Drachenkrieger sein soll, der einzige zu sein scheint, der Kai aufhalten kann. Zu allem Überfluss wird Po zudem noch mit seiner Vergangenheit konfrontiert, denn sein leiblicher Vater erscheint im Dorf und erzählt Po etwas von einem geheimen Panda-Dorf in den Bergen, wo man angeblich das Geheimnis um ein starkes Chi bewahrt…

Dem Vernehmen nach soll ja das „Kung Fu Panda“-Franchise auf insgesamt fünf Filme ausgelegt sein, so dass der jetzt vorliegende dritte Teil, der von Guillermo del Toro co-produziert wurde, quasi das Mittelstück darstellt. Und ähnlich wie man es von woanders her kennt, z. B. die Tolkinschen Live-Epos-Trilogien, merkt man auch hier, wie schwer man es sich inhaltlich macht, wenn es um das berüchtigte Mittelstück geht: plötzlich und unerwartet taucht Pos leiblicher Vater auf, die Furiosen-Fünf-Sidekicks der ersten beiden Teile tauchen nur noch am Rande auf und das Finale, ja das Finale ist mit seinem sattsam bekannten Man-braucht-nur-zusammen-zu-halten-um-alles-zu-schaffen-Topoi keinesfalls innovativ. Storytelling wird hier nicht gerade zur Kunstform erhoben. Und dennoch macht auch der dritte Teil des aus der Dreamworks-Animationsschmiede stammenden einstigen Überraschungserfolges wieder uneingeschränkt Spaß, denn knuddelig sind Po und seine Artgenossen allemal, witzig zudem und natürlich für den einen oder anderen Kalauer in Richtung Erwachsenen-Meta-Ebene immer gut. Weiterhin ungebrochen faszinierend ist die fernöstliche Symbol- und Mythenwelt, die, ob nun mit authentischem Hintergrund oder von Hollywood erstunken und erlogen - egal! -, der einfach gestrickten Geschichte sehr viel mehr Glanz verleiht als sie es wirklich verdient. Hinzukommt, dass der die Serie auszeichnende Animationsstil – mal minimalistisch, mal wie ein kitschiges Bild an der Wand eines China-Restaurants oder aber Comic-Strip-gleich als Split-Screen-Tableau – weiterhin aufrechterhalten bleibt und die beiden Regisseure Alessandro Caloni und Jennifer Yuh Nelson nicht auf jenen Zug aufgesprungen sind, bei dem immer fotorealistischer „gezeichnet“ wird (vgl. die atemberaubenden Hintergrundpanels von z. B. „Arlo & Spot“).

Für mehr als nur vergnügliche Kurzweil sorgt indes die 3D-Fassung von „Kung Fu Panda 3“, denn das dreidimensionale Design kann man getrost als referenzwürdig bezeichnen. Die Mischung aus offenbar real existierender Tiefenstaffelung und subtilen oder mancherorts gar moderat aufdringlichen Pop-Outs ist dermaßen gut gelungen, dass man sich wünschen würde, dass Disney & Co. sich daran mal orientieren und ihre selbstauferlegte 3D-Zurückhaltung endlich mal ablegen würden. Animationsfilme wie „Kung Fu Panda“, „Madagascar“ etc. sind immer noch die besten Werbeträger für den möglichst langen Erhalt dieser Technik, die einzig und allein der Steigerung des Unterhaltungswertes dient. Und das gelingt hier in Teil drei der Serie perfekt, hier zeigen die Macher / Gestalter von Dreamworks ihre wahren Stärken. Deshalb unbedingt vier Sterne! Bildformat: 2,35:1.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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