Virginia, 1809. Das junge Sklavenkind Nat wächst bei seinen Eigentümern, den Turners, unter den Worten der Bibel auf. Die religiösen Führer der Schwarzen erkennen in Nat großes Potential, doch anstatt Prediger zu werden, wird Nat, als er größer und stärker wird, trotzdem zur Feldarbeit herangezogen. Nebenbei muss er wegen seiner Redegewandtheit auf anderen Plantagen die Sklaven dort auf Linie bringen. Als Nat eines Tages auch von seinem ihm bislang freundlich gegenüberstehenden Herren, Samuel Turner, brutal ausgepeitscht wird, erkennt er die vor ihm stehende Aufgabe: einen Sklavenaufstand anzuzetteln und anzuführen...
Ungeachtet der Tatsache, dass die Vita von Regisseur Nate Parker dem künstlerischen Erfolg von „The Birth Of A Nation“ massiv geschadet und ihn für das Rennen um die begehrten Oscars praktisch diskreditiert hat, sollte man den Film doch als das erkennen, was er wirklich ist: ein bewegendes Plädoyer gegen Sklaverei; ähnlich wichtig wie erst vor wenigen Jahren „12 Years A Slave“ - nur, nun ja, leider nicht ganz so stimmig. Inhaltlich stellt „The Birth Of A Nation“ ein Bio-Pic dar, das Leben und Tod einer innerhalb der Black-Power-Bewegung hochverehrten Symbolfigur eines blutigen – hier allerdings erstaunlicherweise auffallend zurückhaltend inszenierten – Sklavenaufstandes des frühen 19. Jahrhunderts beleuchtet. Ob nun geschichtlich korrekt verbürgt oder gar fiktional dramatisiert sei hier mal dahingestellt. Auf jeden Fall sind manche Bilder einfach zu romantisch-idealisiert, um neben der schier unglaublichen Härte und Ungerechtigkeit damals auch eine diffuse Idylle auf dem Gut des jungen Turner als Gegengewicht zu präsentieren. Das und die mitunter überdeutliche Betonung christlicher Symbolik funktionieren nicht immer zu Wohle der Erzählung, die so stellenweise leider auch Längen entwickelt. Und dennoch ist „The Birth Of A Nation“ in der Kraft seiner Aussage nicht zu unterschätzen und das ist auch das, was man dem Filmemacher Nate Parker, der dieses Lieblingsprojekt quasi im Alleingang stemmen musste (Regie, Story und Drehbuch, Hauptdarsteller, Geldauftreiber etc.), wirklich zugute halten muss: er tritt damit in die langjährige Tradition schwarzen Protest-Kinos ein und begibt sich mit Melvin Van Peebles und Co. auf eine Stufe. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Armie Hammer, Mark Boone jr., Colman Domingo, Aunjanue Ellis u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin