Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

10.03.2016
979 Mal gelesen

Review

von Frank Trebbin

Seit dem Tod ihres Vaters vor zehn Jahren hat Anna Rook das Haus der Familie, eine große Villa im viktorianischen Stil, nicht mehr verlassen – zum einen, weil sie unter Agoraphobie leidet und zum anderen, weil sie ihren schwer an Krebs erkrankten Bruder Conrad gepflegt hat. Nun ist Conrad tot und hat seiner Schwester ein beachtliches Erbe hinterlassen. Weil Anna sonst niemanden weiter kennt, wendet sie sich in einem vertraulichen Gespräch an den Auslieferungsfahrer Dan, der die täglich vorbereiteten Mahlzeiten vorbeibringt und der so von der Erbschaft erfährt. Am Tag der Beerdigung Conrads – als die Villa eigentlich leer sein sollte – dringen drei Einbrecher bei Anna ein…

„Deadly Home“ ist ein solide produzierter und inszenierter Vertreter aus der Gattung Home-Invasion-Movie, der – und das ist der recht limitierten Spielwiese dieses Subgenres geschuldet – nicht wirklich viel Neues erzählt. Meint man! Kurz vor der Mittelmarke nämlich, als man glaubt, alles zu wissen, vollzieht Regisseur Adam Schindler eine dermaßen überraschende Wendung, dass sein „Deadly Home“ eher in die Nähe zur „Saw“-Reihe gerückt wird als dass er zu einem weiteren „Agoraphobia“-Ableger verkommt. Plötzlich hat die Spannung quasi die Seiten gewechselt, das vermeintlich Vorhersehbare ist geschickt auf den Kopf gestellt worden. In diesem Zusammenhang erklärt sich das an „The Cabin In The Woods“ erinnernde Cover-Motiv, welches natürlich auf sehr unterschwellige Weise schon vieles an Überraschendem preisgibt. Schade. Und dennoch, selbst wenn ein gewiefter Zuschauer etwas ahnen sollte, punktet „Deadly Home“ eben doch noch mit seiner geschickt aufgebauten Handlung. Natürlich hakt es dennoch bei der Erklärung des Ganzen – hier hätte man noch etwas feilen sollen –, doch alles in allem betrachtet ist Adam Schindler ein recht wohlfeiles B-Filmchen gelungen, welches mit einigen Härten aufwartet, interessante Sets beinhaltet und mit zwar stereotyp entwickelten, aber immerhin gut ausgefüllten Rollen punktet. Größte Freude bereitet einem aber, wie mit Erwartungshaltungen gespielt und die eigene Zuschauer-Automatik in Bezug auf Vergabe von Sympathien kurzgeschaltet wird. Bildformat: 2,35:1. Mit Beth Riesgraf, Rory Culkin, Martin Starr, JackKesy u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

Details
Ähnliche Filme