Während irgendwo zwei Männer in aller Seelenruhe eine Partie Schach spielen, ereignet sich an anderer Stelle ein Banküberfall, an dem auf Opfer- bzw. Täterseite Personen beteiligt sind, die man als Zuschauer kaleidoskopartig kennengelernt hat. Es passiert, was immer passiert: ein SWAT-Team riegelt den Straßenzug ab, die Gangster zerfleischen sich schnell selbst und es gibt Tote und Verletzte auf beiden Seiten. Doch währenddessen beobachtet ein Priester(!) das Ganze von einem benachbarten Dach aus durch das Zielfernrohr seines Scharfschützengewehrs. Wie passt das alles zusammen?
Ein Sammelsurium an mehr oder weniger bekannten Darstellern, die allesamt schon lange keine guten Filme mehr hatten; eine Handlung, die mittendrin einsetzt und ohne ordentliche Einführung der Charaktere auskommt; Dialoge, die gerade mal so auf einen Bierdeckel passen und gefühlte 1000 mal mit „Wichser“ oder „Scheiße“ garniert sind; eine Kameraführung, die Übersicht und vernünftige Bildausschnitte vermissen lässt – alles, aber auch wirklich alles deutet daraufhin, dass „Schachmatt“ nicht gerade zum oberen Drittel der gehobenen Unterhaltungskünste gehört sondern eher zum Gros der wöchentlichen Direct-to-Video-Verklappung, die den unersättlichen Hunger der breiten Masse der Alles-Seher befriedigen soll. Und doch und gerade trotz aller offenkundigen Haken und Ösen schafft es „Schachmatt“, so etwas wie Interesse zu entfachen – zumindest bei denen, die sich vorstellen können, wie ein Tarantinoesker Stoff auf die Inszenierungskünste eines Ted V. Mikel oder Ed Wood trifft. So rätselt man bis gut zur Hälfte des insgesamt doch eher kuriosen als wirklich überzeugenden Films darüber, was das eine mit dem anderen zu tun haben mag. Vieles hätte man sich etwas geordneter gewünscht, doch spätestens wenn der Banküberfall so richtig läuft, scheint alles zusammen zu laufen und es gibt noch die eine oder andere Überraschung. Fazit: für Freunde absonderlicher Filme, mit Ach und Krach drei Sterne erreicht. Bildformat: 2,35:1 (Titelsequenz: 1,78:1). Mit Vinnie Jones, Danny Glover, Michael Paré, Mischa Barton, Sean Astin u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin