Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

21.08.2017
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Review

von Frank Trebbin

Boston, 1978. Chris und Frank, zwei Iren, sind auf der Suche nach schweren Waffen. Aus diesem Grund treffen sie sich zusammen mit der jungen Justine, die den Deal eingefädelt hat, mit den halbseidenen Gangstern Ord und Vernon, um das Geschäft abzuschließen. Doch die unterschiedlichen Mentalitäten aller Beteiligten führt schnell dazu, dass Streit entsteht und ehe man sich versieht, sind die Waffen gezückt. Ein sich die ganze Nacht hinziehendes Feuergefecht beginnt, bei dem plötzlich noch eine dritte Partei mitmischt...

Wie einflussreich QuentinTarantino mit seinen frühen Filmen (hier: „Reservoir Dogs“) war und immer noch ist, zeigt sich heute unter anderem an solchen Ensemble-Filmen wie „Free Fire“, bei dem selbst das Setting – eine alte Lagerhalle – als Verbeugung vor dem Original zu verstehen ist. Der Rest setzt sich zusammen aus einem gewissen schwarzhumorigen Irrwitz à la „Shoot 'Em Up“ und dem Umstand, dass Ben Wheatley wohl einen der längsten und realistischsten Schusswechsel der Filmgeschichte inszenieren wollte. Dieser zieht sich dann auch praktisch über zwei Drittel der Laufzeit hin und ist komplett anders als man es von der Papierform her erwarten würde. Hier gibt es keine heldenhaften Schüsse aus der Hüfte oder gar die übliche jede-Kugel-trifft-Mentalität im John-Wick-Stil, hier braucht man schon viel Munition, um zum Ziel zu kommen, und dann will der endlich Getroffene partout auch noch nicht mal sterben. Das ist mitunter krass und ganz im Gegensatz zu dem, was uns sonst Hollywood lehrt. Kein Wunder, dass Martin Scorsese das Drehbuch zu „Free Fire“ gut fand und Ben Wheatley als Produzent unterstützt hat, der dann seinen Film mit größtmöglicher künstlerischer Freiheit im britischen Brighton quasi vor der Haustür abdrehen konnte. Abgerundet wird dieser überdrehte Crime- bzw. Gangster-Thriller von einem sehenswerten Cast, einigen nicht immer sitzenden aber schön lockeren Sprüchen und dem heute fast schon zum guten Ton gehörenden Retro-Charme einer in den 1970er-Jahren verorteten Handlung. Bildformat: 2,35:1. Mit Sharlto Copley, Armie Hammer, Cillian Murphy, Brie Larson u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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