Paris. Eigentlich ist der US-Amerikaner Michael Mason nur ein kleiner Taschendieb, doch durch einen dummen Zufall wird er für einen Bombenanschlag verantwortlich gemacht, bei dem vier Menschen starben. CIA-Agent Sean Briar ist schnell hinter ihm her und kann ihn auch fassen. Ebenso schnell wird allerdings auch klar, dass Michael kein Bombenleger ist sondern nur besagter Dieb. Als das Safe-House, in dem Briar den jungen Mann verhört, von zwei französischen Geheimpolizisten überfallen wird, ahnen beide, dass das Ganze nicht wirklich etwas mit Terrorismus zu tun hat, fliehen gemeinsam und versuchen, schlimmeres zu verhindern...
„Bastille Day“, eine französisch-US-amerikanische Co-Produktion, hatte wohl das Pech, genau zu der Zeit Premiere an der Seine feiern zu sollen, als der IS-Terror das Bataclan und die ganze Stadt erschütterte. So wurde dieser solide gemachte, locker in der „Taken“-Liga mitspielende Action-Thriller kurzerhand auf Abstellgleis geschoben und später weit unter Wert nur kurz veröffentlicht. Umso mehr sollte man sich jetzt im Heimkino die Zeit nehmen, James Watkins Film in vollen Zügen zu genießen, denn er liefert eine rundum gelungene Mischung aus althergebrachten Handlungsversatzstücken, frischen inszenatorischen Kabinettssstückchen (z. B. Masons Diebestouren) und guter Old-School-Action, bei der teilweise auf engstem Raum gefightet und (fast) komplett auf CGI verzichtet wird. Flott treibt James Watkins die Handlung voran, mengt ein paar nicht allzu unrealistische Politik-Hintergründe hinzu und lässt den charismatischen Idris Elba mit seiner Harter-Hund-Rolle eine Bewerbung für höhere Agenten-Weihen (007 etwa?) abgeben. Fazit: Hätte James Watkins zumindest storymäßig nicht so sehr nach bekannten Vorbildern geschielt, so wäre sein „Bastille Day“ locker mit vier Sterne nach Hause gegangen – die französischen Kaskadeure, die hier wieder großartige, weil geerdete Stunts abliefern, hätten es verdient. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Richard Madden, Kelly Reilly, Charlotte LeBon, José Garcia u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin