Franks Bewertung

starstarstar / 7

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

03.04.2017
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Review

von Frank Trebbin

Ex-Elitekämpfer John Cranshaw begleitet seine Freundin Selina Duboix, eine Lehrerin, auf einen Naturfotografie-Exkurs mit ihren Schülern. Und das ist auch gut so, denn schon in dem ersten Nest, in dem man Halt macht, gibt es Ärger mit den typischen Rednecks. Doch das ist nichts verglichen mit dem, was die Gruppe in dem tiefen Wald selbst erwartet, in der das Camp aufgeschlagen wird: des Nachts greift eine Horde grässlich Entstellter die Schüler an und entführt alle, die nicht sofort getötet werden. Dann kann natürlich nur noch John Cranshaw helfen, der schon dem IS im Irak das Fürchten gelehrt hat…

In gewissen Fan-Kreisen könnte Jared Cohns „Die Horde – Die Jagd hat begonnen“ glatte **** einheimsen und zu einem Partyhit werden, denn schon mit der bewusst auf stereotyp gebürsteten Eröffnungsszene werden Tonfall und Stil dieses bekennenden Backwoods-Horror-Actioners vorgegeben: nicht allzu ernst, nicht zu trashig, aber auf jeden Fall saublutig – so soll es rund 80 Minuten in einer Art Mischung aus „Wrong Turn“ und Ein-Mann-Kampfmaschinen-Show werden, die Drehbuchautor Paul Logan, ein Ex-Stuntman, sich quasi in bester Chuck-Norris-Manier auf den Leib geschrieben hat, um seine physischen Fähigkeiten vor die mimischen zu stellen, damit der Hauptdarsteller Paul Logan als Schauspieler noch einigermaßen gut wegkommt. So pflügt sich Logans Figur untermalt mit Heavy-Metal-Klängen aus der Konserve durch die mehr oder minder gesichtslosen Horden-Mitglieder und arbeitet wie einst Rambo neben Dschungelfallen auch ausgiebigst mit Pfeil und Bogen. So kommt dann „Die Horde – Die Jagd hat begonnen“ auch wirklich dem Action-Fach sehr viel näher als dem Mutanten-Horror, der hier nur Aufhänger dafür sein mag, dass man die entführten Frauen als „Brüter“ zu missbrauchen gedenkt, denn die Auflösung hinter dem Ganzen ist eh nur ein gut getarntes Chrystal-Meth-Labor. Nun ja, da hat man sich beim Rest des Films schon mehr reingekniet: nicht nur optisch ist „Die Horde – Die Jagd hat begonnen“ eine Verbeugung vor den 1980er-B-Movie-Jahren sondern auch Effekte-mäßig, denn diese sind nicht besonders ausgeklügelt sondern handgemacht und ausreichend krass genug, um für bierseligen Applaus zu sorgen. So macht das Ganze durchaus Spaß, zumal ab dem zweiten Drittel die Post abgeht und der Body Count – dem Kanonenfutter-Ensemble sei gedankt – exorbitant in die Höhe geschraubt wird. Wie gesagt: ein Partyhit in gewissen Kreisen. Bildformat: 1,78:1. Des weiteren mit Vernon Wells. Tiffany Brouwer, Costas Mandylor, Bill Moseley u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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