Franks Bewertung

starstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

06.06.2017
385 Mal gelesen

Review

von Frank Trebbin

Nach dem Tod ihrer kleinen Tochter ziehen Dana und David Barrow mit ihrem 7jährigen Sohn Lucas von New York nach New England aufs Land. Dort wollen sie ein großes, renovierungsbedürftiges Landhaus wieder in Schuss bringen, um so die Trauer zu überwinden. Auf dem Dachboden entdeckt Dana eines Tages die abgeschlossene Tür zu einem Zimmer, welches auf dem Grundriss des Hauses nicht verzeichnet ist. Neugierig wie sie ist, öffnet sie den Raum und von da an geschehen merkwürdige Dinge und Dana hat üble Tagträume. Sie findet heraus, dass es sich um den sogenannten „Raum der Enttäuschungen“ handelt, in den man früher unliebsame, nicht vorzeigbare Familienmitglieder eingesperrt hat. Hat Dana etwa die Geister des Hauses freigelassen?

Blickt man auf die schlappen US-Einspielergebnisse, auf die landauf landab vernichtenden Kritiken und auf die Handlung, die einem so vertraut vorkommt, dann fragt man sich schon, warum man Kate Beckinsales Ich-zeige-mal-dass-ich-mehr-kann-als-nur-Latex-Amazone-Vehikel anschauen sollte, denn irgendwie scheint dem Haunted-House-Subgenre kaum noch Neues entlockt werden zu können, oder? Und Neues bietet D. J. Carusos „The Disappointments Room“ auch wirklich nicht, doch das was man hier an Altbekanntem sieht (die Wahre-Begebenheit-Einblendung, das typische Familien-Schicksal das zum Umzug zwingt, die üblichen Psychosen und die Einsamkeit eines alten Landhauses am Rande einer Kleinstadt) ist trotz alledem anfangs frisch und spannend inszeniert, ja, man kann sogar sagen streckenweise ungewöhnlich bebildert. Auch die leicht flapsigen Dialoge in der ersten Hälfte des Films lassen noch den Hoffnungsschimmer aufglimmen, dass also der zumindest technisch solide gemachte „The Disappointments Room“ doch anders wird als die x-te Version des „Amityville Horror“-Stoffes. Doch leider flacht auch D. J. Carusos davon beeinflusster, allerdings ohne Pfarrer und Fliegen auskommender Geisterfilm mit zunehmender Laufzeit immer mehr ab, bis er plötzlich in ein kurzes Finale mündet, das grotesk blutig und zudem zerfahren, weil schlecht geschnitten daherkommt. Und dann macht sie sich doch breit: die große Enttäuschung darüber, dass „The Disappointments Room“ nur auf Hochglanz polierte Mittelmäßigkeit transportiert und man lediglich die blondierte Beckinsale als optisches Highlight wahrnimmt (deshalb mit Ach und Krach drei Sterne). Schade. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Mel Raido, Duncan Joiner, Lucas Till u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

Details
Ähnliche Filme