Franks Bewertung

starstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

24.04.2017
707 Mal gelesen

Review

von Frank Trebbin

Der neunjährige Louis Drax hat seit seiner Geburt schon diverse Unfälle und Krankheiten erlebt. Bei einem Picknick mit seinen Eltern stürzt er von den Klippen und ist zwei Stunden lang tot. Doch wie eine Katze nutzt Louis eines seiner „mehreren Leben“ und kehrt als Komapatient zurück. Sein Arzt, Dr. Allan Pascal, kümmert sich um ihn und seine Mutter Natalie, denn Vater Peter ist seit dem nicht ganz aufgeklärten Klippensturz des Jungen verschwunden. Schon bald merkt Dr. Pascal, dass aber auch die Mutter so ihre Geheimnisse hat und als er plötzlich Briefe bekommt, die vom komatösen Louis geschrieben zu sein scheinen, wird der ganze Fall immer seltsamer...

Oftmals reicht schon ein Abgleich zwischen FSK-Freigabe und dem Sujet des Films, um zu erkennen, dass man gerade mal wieder dabei ist, einem Spagat zwischen Wollen, Dürfen und (manchmal) Können beizuwohnen. Und wenn man dann noch wie hier bei „Das 9. Leben des Louis Drax“ auf einen Stoff stößt, der irgendwie alles sein möchte (also Drama, Mystery, Childhood-Fantasy und Krimi obendrein), dann sollte man mit der Gewissheit an das Sichten herangehen, dass selbst namhaftere Regisseure wie Alexandre Aja sich schon an solch einer Melange verschluckt haben. So ist es also auch kein wirkliches Wunder, dass der talentierte und durch seine harten Horrorfilme bekannte Franzose mit „Das 9. Leben des Louis Drax“ einen zwar dem Mainstream abgekehrten und somit für heutige Zeiten mutigen Film abliefert, der aber leider weder Fisch noch Fleisch ist, der stellenweise zwar fesselt, manchmal aber auch mächtig langweilt und den man durchaus als sperrig, bestenfalls als unkonventionell bezeichnen kann. Dabei ist die erzählte Geschichte ohne Zweifel interessant und hat ihre Reize: Witz und Charme sind vorhanden, gleichsam Plot-Twists und Schockmomente – hier mangelt es offenkundig nur an einer publikumswirksamen, stringenten Umsetzung. Viel zu viel Zeit verplätschert da im Mittelteil, melodramatische Verwicklungen hemmen das Voranstreben in Richtung Auflösung des Ganzen. Doch eins muss man Alexandre Aja und seinem „Das 9. Leben des Louis Drax“ lassen: er ist ein (wenn auch nicht ganz stimmiges) Unikum, das sich hinter den frühen Werke von Guillermo del Toro oder Jean-Pierre Jeunet einreihen ließe. Bildformat: 2,35:1. Mit Aiden Longworth, Jamie Dornan, Sarah Gadon, Oliver Platt u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

Details
Ähnliche Filme