Franks Bewertung

starstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

10.01.2017
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Review

von Frank Trebbin

Wenn Technologie zum Horror wird: ein merkwürdiges Signal per Handy lässt die Menschen binnen Sekunden zu blutgierigen Bestien werden und aus der Ostküstenmetropole Boston ein Hort der Apokalypse. Mittendrin befindet sich Comiczeichner Clay Ridell, der nach Jahren der Trennung eigentlich nur zu seiner Familie zurück will, um seinen Jungen zu sehen. Zusammen mit dem U-Bahn-Fahrer Tom und seiner Nachbarin Alice macht sich Clay auf den Weg durch verwüstete Vorstädte – immer wieder verfolgt von den entmenschlichten Horden, die wie gelenkt zu sein scheinen…

Nach einigen Jahren, die in punkto obligatorische Stephen-King-Verfilmungen eher etwas ruhiger ausgefallen waren, kommt nach den TV-Serien „Under The Dome“ und „11.22.63 – Der Anschlag“ mit „Puls“ mal wieder eine Kinoproduktion auf den geneigten Zuschauer zu. Basierend auf einem mittlerweile eine Dekade alten Roman, der ähnlich wie einst „Rhea M“ Kings Scheu vor (moderner) Technik thematisiert und mit dem sogenannten Phoner den heutigen Smombie vorwegnimmt, schafft es Regisseur Tod Williams aber leider nur bedingt, einen einigermaßen funktionierenden Horrorfilm aus diesem Stoff zu kreieren. Sicherlich mag es am Budget gelegen haben, dass man schnell größere Drehorte bzw. Sets verlassen und nur eher klägliche CGI-Effekte zur Seite hatte, doch leider ist Williams restliche Inszenierung auch nicht in der Lage, diese Makel wettzumachen. Zwar aufgehübscht mit den Elementen aus „The Walking Dead“ – weswegen „Puls“ mancherorts als Zombiefilm(!?) bezeichnet wird – und inhaltlich eigentlich aktueller als zur Entstehung des Romans (die Eröffnungssequenz zeigt eindrucksvoll, wie die Menschen an der Nadel, äh…, an Handy und Tablet hängen), fehlt es schlussendlich leider an sich steigernder Spannung – und da helfen selbst die formelhaft eingestreuten Schreckmomente überhaupt nicht weiter. Lediglich der leicht trashige Tonfall eines typischen King-Stoffes mit all den schwarzhumorigen Einfällen, den stetig gleichen Allerweltsfiguren und den nicht immer logischen Erklärungen wird von Tod Williams getroffen, auch wenn hier das Finale einfach nur als kurios empfunden wird. Nach dem ebenfalls aus Kingscher Feder stammenden „Zimmer 1408“ rettet die zweite Zusammenarbeit von John Cusack und Samuel L. Jackson „Puls“ wenigstens vor dem totalen Ausfall: mit Hängen und Würgen drei Sterne erreicht. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Isabelle Fuhrmann, Owen Teague, Stacy Keach u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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