Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

07.11.2016
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Review

von Frank Trebbin

Irgendwann in naher Zukunft. Ein Virus hat die halbe Menschheit in rasende Bestien verwandelt, die im Sonnenlicht wie Vampire verbrennen. Roarke, ein einsamer Kämpfer, ist mit seinem Muscle-Car von New York in Richtung Westküste unterwegs, um nicht nur ein ruhiges, friedliches Fleckchen zu finden sondern auch jenen Infizierten, der einst seine Frau Katie angesteckt hatte. In Dallas gerät er an die Gruppe um Frank Hill, die sich in einem verlassenen Gefängnis verschanzt haben, das von Infizierten belagert wird. In dem Anführer der Belagerer erkennt Rourke den Mörder seiner Frau...

Wer sagt da eigentlich, dass man nur mit Originalität einen unterhaltsamen Film zustande bekommt, der nicht langweilt? Der im staubigen Nirgendwo des mittleren Westens verortete, recht wortkarg inszenierte Beginn von William Kaufmans „Daylight's End“ ist so abgegriffen wie die B-Movie-Filmindustrie selbst, weckt mitunter sofort Erinnerungen an John Carpenters „Vampires“, an George Millers ersten „Mad Max“, sogar an so manches längst vergessene Western-Vehikel aus der goldenen Ära des Genres und erzeugt auf diese Weise eine so vertraute Atmosphäre, die es dem geneigten Fan postapokalyptischer Reißer leicht macht, sich zu orientieren und auch sofort wohl zu fühlen. Selbst wenn später Erklärungen für die auslösende Katastrophe Mangelware sind, so bleibt doch „Daylight's End“ durchweg interessant und hält sein Publikum mit erstaunlich gut choreografierter Baller-Action und einigen wenigen, dafür aber überraschend wirkungsvollen Bildern verwüsteter Straßenzüge bei der Stange. Und weil man ja weiß, dass das Budget solcher Streifen oftmals nur unzureichend bemessen wurde (hier: nur gerade mal zwei Mio. US-Dollar), kann man auch damit leben, dass die meisten Special Effects (Einschüsse, Explosionen etc.) nur steril per CGI eingespielt wurden. Ach ja, treibende Kraft hinter „Daylight's End“ war übrigens der Musiker Johnny Strong, der nicht nur den eindringlichen Soundtrack beisteuerte und als Co-Produzent fungierte sondern auch gleich die Rolle des Rourke überzeugend übernahm. Fazit: sieh an, sieh an, es gibt sie also doch noch, die kleinen, aber auf ihre Art schwer unterhaltsamen B-Movies, die intelligent abzukupfern wissen, respektvoll große Vorbilder hofieren und die vom Herzblut einiger weniger Schaffenden leben. Johnny Strong sei gedankt. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Lance Henriksen, Louis Mandylor, Hakeem Kae-Kazim, Chelsea Edmundson u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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