Franks Bewertung

starstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

31.03.2017
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Review

von Frank Trebbin

John und Laura Taylor sind beruflich sehr erfolgreich und haben ein hübsches Heim mit allem drum und dran. Was ihnen jedoch fehlt, ist ein Kind, doch Laura kann nicht schwanger werden. So entschließen sich die beiden, die junge Anna Walsh als Leihmutter zu engagieren. Als diese schwanger wird und aufgrund ihrer prekären Familienverhältnisse, der Freund ist ein Schläger, Schutz benötigt, holen die Taylor sie zu sich ins Gästehaus – nichtahnend, dass sie damit einer Psychopathin freien Lauf lassen…

Es gab schon einmal die Hand an der Wiege (und natürlich das Wiegenlied vom Totschlag – aber das ist eine andere Geschichte) und nun erklingt „Das Wiegenlied vom Tod“, ein Film, der definitiv 25 Jahre zu spät kommt. Ganz in (schlechter) Tradition von solch allseits bekannten 1980/90er-Jahre-Filme wie „Eine verhängnisvolle Affäre“ oder „Fatale Begierde“ steht nun auch Jon Cassars durch und durch unspektakulärer Möchtegern-Thriller – nur eben, dass jetzt Upper-Class-Vorzeige-Schwarze im Mittelpunkt der Handlung stehen. Ansonsten ist alles so, wie man es von früher her kennt, denn inhaltliche Überraschungen sucht man angesichts aller bisherigen bekannten Genre-Variationen des Kuckucksei-Themas auch hier: der Sex ist weiterhin eher züchtig, die Erotik prickelt wie ein Glas Buttermilch und die Psychospielchen sind wie immer größtenteils an den Haaren herbeigezogen. So darf man Jon Cassars Inszenierung trotz der gelackten Bilder bestenfalls routiniert, boshafterweise aber auch uninspiriert nennen und der Hautfarbe-Wechsel der Protagonisten scheint nur aufgesetzt zu sein, den von einem (möglicherweise zu erwartenden) Blaxplotation-Streifen ist „Das Wiegenlied vom Tod“ ungefähr so weit entfernt wie ein Karl-May-Western von Sam Peckinpahs „The Wild Bunch“. Und wenn dann noch nach dem zähen, nur Soap-Gefilde beackernden Gros der Story der Thriller-Part in den letzten paar Minuten pflichtschuldig einfach mal so angerissen wird, dann ahnt auch der letzte Zuschauer, dass „Das Wiegenlied vom Tod“ eher zum Einschlafen einlädt als zum Mitzittern, zumal man angesichts der eher ungewöhnlichen Ehe-Standhaftigkeit von Hauptdarsteller Morris Chestnut (der auch produzieren durfte) nie wirklich Zweifel hat, wer hier der Held und Retter in letzter Minute ist. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Regina Hall, Jaz Sinclair, Theo Rossi u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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