Kyle Hartmann ist der verzogene, selbstsüchtige Sohn eines Wall-Street-Tycoons, der nur durch Daddys Einfluss nach einem Autounfall, bei dem er seine Beifahrerin schwer verletzt liegen ließ, nicht ins Gefängnis wandert sondern als „letzte Chance“ ein Boot-Camp auf einer einsamen Insel vor der schottischen Küste besucht. Seine Überraschung ist groß, als er feststellen muss, das alle dort untergebrachten Jugendlichen Söhne und Töchter reicher Eltern sind und sogar sein Unfallopfer zugegen ist. Als die Insel von einem Trupp Ex-Soldaten überfallen wird, die mit der Geiselnahme der Kids reich werden wollen, kann sich Kyle im wahrsten Sinne des Wortes in die Büsche schlagen und zeigen, was wirklich in ihm steckt...
Wie groß war doch die Vorfreude, mal wieder etwas von Ex-Horror-Spezi Jim Gillespie („Venom“) zu hören. Wie schwer wiegt da doch die Enttäuschung, dass „Take Down“, ein B-Actioner, trotz einer gewissen handwerklichen Finesse und der kaum zu leugnenden Schönheit der kargen Drehorte auf Isle of Man nur ein leidlich unterhaltsamer „Stirb langsam“-Verschnitt geworden ist, der unter einem unreifen Drehbuch voller Klischees und der zu offensichtlich als red herring eingebrachten Parallelhandlung um Papa Hartmann (verschwendet: Sebastian Koch) zu leiden hat. Unlogische Details, papierene Dialoge und die über alles schwebende, zum zuckersüßen Ende geleitete Läuterungs-Thematik – daran hätte man noch feilen können, ja feilen müssen. Selbst die eingebrachte Survival-Thematik, die in „A Lonely Place To Die“, den man gerne zu Vergleichszwecken heranziehen möchte, der aber weitaus unterhaltsamer geraten ist, so wunderbar funktionierte, wird hier nur am Rande abgehakt und schnell ad acta gelegt. Fazit: nur eine recht solide Regie und die bereits angesprochene Landschaft hieven „Take Down“ gerade mal so in den Drei-Sterne-Bereich. Irgendwie wäre hier mehr drin gewesen, irgendwie schade drum. Bildformat: 2,35:1. Mit Jeremy Sumpter, Phoebe Tonkin, Ed Westwick, Dominic Sherwood u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin