Der Brite John Stratton, Mitglied einer Elite-Spezialeinheit des MI6, erleidet bei einer Mission im Irak ein Fiasko: die biochemische Waffen, die es sicherzustellen galt, sind längst weg und ein US-Kollege wird tödlich verletzt. Der Hinterhalt, in den sie geraten sind, war nämlich von dem abtrünnigen russischen Agenten Barovski, der seit 20 Jahren für tot gehalten wurde und nun im Besitz des tödlichen Nervengiftes aus dem Irak ist, mit langer Hand vorbereitet, denn schließlich plant dieser einen perfiden Terroranschlag mitten in London…
Nicht nur der MI6 fördert gute Agenten zutage sondern auch der SBS (Special Boat Service) – die britische Entsprechung zu den U.S. Navy SEALs. Das möchte uns gerne Simon West mit dem offenkundig als B-Film konzipierten, auf einem Roman des Ex-SBS-Mitglieds Duncan Falconer beruhenden „Stratton“ beweisen, doch – und das war kaum anders zu erwarten – dem guten, alten Bond kann auf diese, doch etwas zu sehr hemdsärmelige Weise natürlich nicht das Wasser abgegraben werden. Doch so schlecht, wie es jetzt möglicherweise klingt, ist „Stratton“ nun auch nicht: es werden verschiedenste Drehorte aufgeboten, die Bildgestaltung ist auf der Höhe der Zeit und die Handlung ist ungeachtet des üblichen Agent-muss-Welt-retten-Galopps auf seine Weise recht unterhaltsam, weil irgendwie ungeschliffen. Leider merkt man aber gerade den Actionszenen an, dass die Produktionsbedingen nicht optimal waren: so ist das Sounddesign sehr zurückhaltend und die Special Effects sind größtenteils am Rechner entstanden. Das trübt das Vergnügen an diesem fast schon klassisch geradlinig erzählten Agenten-Thriller doch ungemein, so dass „Stratton“ zwar gutes Mittelmaß erreicht, in den entscheidenden Momenten jedoch schwächelt. Dafür gibt es einen Cast zu sehen, für den die Sichtung von „Stratton“ doch wahrlich lohnt: Dominic Cooper, Connie Nielsen, Tom Felton und Thomas Kretschmann in führenden Rollen. Bildformat: 2,35:1.
© Selbstverlag Frank Trebbin